Bundesbank erwartet Stabilisierung
Basel II stärkt Banken den Rücken

Die neuen Regeln zur Vergabe von Krediten (Basel II) werden nach Einschätzung der Bundesbank das deutsche und internationale Bankensystem stabilisieren. "Die Übernahme dieses Rahmens wird zur Stärkung beitragen", sagte Bundesbank-Vorstand Edgar Meister am Dienstag in Frankfurt.

HB/dpa FRANKFURT. Das Regelwerk, das derzeit beim Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht ausgearbeitet wird, soll von Ende 2006 an für alle Kreditinstitute weltweit gelten. Auch unter den neuen Bestimmungen würden die deutschen Unternehmen nach wie vor die notwendigen Darlehen erhalten.

Die neuen Regeln bestimmen, mit wie viel Eigenkapital die Banken ein Darlehen absichern müssen. Die Höhe richtet sich künftig stärker nach der Zahlungsfähigkeit des Kreditnehmers. Diese risikogerechtere Vergabe soll die Ertragsstruktur der Geldhäuser verbessern.

Eine Studie habe gezeigt, dass auf diejenigen deutschen Institute, die sich auf Privatkunden sowie kleinere und mittelständische Firmen konzentrieren, Erleichterungen zukommen, berichtete Meister. Insbesondere Volksbanken und Sparkassen können also künftig mit einer durchschnittlich zehn Prozent geringeren Belastung des Eigenkapitals rechnen. Bei den Großbanken werde es dagegen zwischen fünf und 16 % mehr Anforderungen an das Kapital geben.

"Insgesamt sind wir sehr zufrieden, Basel II hat den ersten Praxistest bestanden", betonte Meister. In weiten Teilen werde es nicht zu einer Kreditverteuerung kommen. Der jetzt vorliegende dritte Entwurf zu Basel II habe die deutschen Forderungen nach weniger strengen Kriterien für kleine und mittelgroße Darlehen berücksichtigt. In Deutschland ist die stark mittelständisch geprägte Wirtschaft in weiten Teilen von Bankkrediten abhängig.

"Basel II wird kein Bremsklotz für Wachstum und Beschäftigung sein", hob Meister hervor. Die Stabilisierung des Finanzsystems werde auch positive Auswirkungen für die Volkswirtschaften haben. Der jetzige Entwurf sei "handhabbar und funktionstüchtig". Wesentliche Änderungen seien nicht mehr nötig. Im November soll das Regelwerk vom Baseler Ausschuss verabschiedet werden.

Obwohl sich in den USA abzeichne, dass dort nur die großen Kreditinstitute die neuen Regeln anwenden müssten, drohen den deutschen Geldhäusern nach Ansicht von Meister keine Wettbewerbsnachteile. Die US-Häuser, die sich voraussichtlich daran halten müssten oder es freiwillig tun würden, stünden für 99 % des internationalen Geschäfts amerikanischer Banken.

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