Bundesbank: Keine Störungen
Der Euro-Countdown - Letzte Vorbereitungen laufen nach Plan

Banken und Sparkassen haben die Geldautomaten mit Euro-Noten gefüllt, der Ansturm kann kommen. Auch die Fahrkartenautomaten sind umgestellt. Tankstellen werden in der Nacht zeitweilig schließen müssen.

rtr FRANKFURT. Die letzten Vorbereitungen für die Einführung des Euro-Bargeldes in Deutschland laufen nach Angaben der Deutschen Bundesbank nach Plan. "Es gibt überhaupt keine Störungen", sagte ein Sprecher am Montag wenige Stunden vor der offiziellen Einführung der Euro-Noten und-Münzen um Mitternacht. Am Mittag waren viele Geldautomaten - wie von den Banken angekündigt - abgeschaltet worden. Ab Mitternacht sollen sie die neue Währung ausgeben. In Frankfurt wurden auch viele Fahrkartenautomaten für den öffentlichen Nahverkehr zur Umrüstung auf den Euro stillgelegt. Zahlreiche Tankstellen wollen am Abend zwei bis drei Stunden schließen, um ihre Kassen umzustellen. Die Pächter wollen aber auch danach wie der größte Teil des Einzelhandels weiter D-Mark annehmen.

Die Displays vieler Geldautomaten verwiesen ab Montagmittag auf das bevorstehende Euro-Zeitalter. Die Banken baten die Kunden um Verständnis für das zeitweise Abschalten. An Ausgabestellen mit mehreren Automaten gab zumeist die Hälfte der Geräte weiter D-Mark aus. Zu längeren Wartezeiten kam es augenscheinlich nicht. Nur wenige Kunden hoben am Montag noch einmal D-Mark ab, etwa um ihre Silvester-Einkäufe zu bezahlen. "Auch mein Supermarkt nimmt ja die EC-Karte", sagte ein Passant auf der Straße.

Im Lauf des Neujahrstages sollen alle 55 000 Geldautomaten in Deutschland nur noch die neue Währung ausgeben. Zwei Drittel der 22 000 Geräte bei den Sparkassen werden schon kurz nach Mitternacht ferngesteuert auf Euro umgestellt. Dazu werden sie schon ab Silvestermittag zur Hälfte mit Euro gefüllt. Ältere Automaten mit nur wenigen Geldschächten seien im Lauf des 1. Januar dran. So wie die Sparkassen gehen auch Volksbanken, die Postbank und Privatbanken vor. "Es ist wichtig, dass auch am 31. Dezember noch D-Mark gezogen werden kann", sagte Andreas Goralczyk vom Bundesverband deutsche Banken. Die Sparkassen stellten alle 140 Mill. Konten ihrer Kunden planmäßig um. Einige Banken hatten das bereits Mitte Dezember erledigt.

Nach einem Mischprinzip werden im Rhein-Main-Gebiet offensichtlich auch die Fahrkartenautomaten für den Nahverkehr umgestellt. Am Frankfurter Hauptbahnhof war am Mittag etwa die Hälfte der Automaten abgeschaltet. Die Kunden wurden mit Aufklebern um Verständnis gebeten und an die Geräte verwiesen, an denen noch mit D-Mark bezahlt werden konnte. Viele Nahverkehrsunternehmen machen jeweils ein Drittel ihrer Geräte im Dezember, Januar und Februar eurotauglich. Die Bahn will etwa die Hälfte der Fahrkartenautomaten zum 1. Januar umgestellt haben und den Rest ebenfalls bis Ende Februar.

Schließen wollen in der Silvesternacht für zwei bis drei Stunden zahlreiche Tankstellen. "Wir haben eine recht komplexe Kassensoftware", sagte der Pächter einer Frankfurter Großtankstelle. "Durch das System sind wir praktisch dazu gezwungen, alle Kassen auf einmal umzustellen." Da zuvor auch noch ein kompletter D-Mark-Kassenabschluss gemacht werden müsse, sei es notwendig, die Tankstelle zeitweise zu schließen. "Ich denke aber, dass wir in zwei Stunden durchkommen", sagte der Pächter. Auch bei umgestellten Kassen könne der Sekt aus dem Tankstellenshop aber später weiterhin mit D-Mark bezahlt werden: "Dafür haben wir Taschenrechner."

Einen übermäßig großen Ansturm auf die Zapfsäulen aus Angst vor Euro-Engpässen beobachtete das Tankstellenpersonal am Montag nicht: "Es wird nicht mehr getankt als sonst vor Jahreswechsel", sagte ein Mitarbeiter.

Lange Schlangen bildeten sich am Montag an einigen Supermarkt-Kassen, was die Kunden aber größtenteils mit normalen Einkäufen für Silvesterfeiern und den Feiertag am Dienstag erklärten. "Ich hab' keine Angst, dass ich nichts mehr bekomme, wenn der Euro da ist", sagte eine junge Frau. Den Aussagen von Kassenpersonal zufolge bezahlten mehr Kunden als sonst ihre Einkäufe mit Karte. "Das dauert ein bisschen länger als bar, deshalb wohl auch die Schlangen." Eine Verkäuferin ärgerte sich über Kunden, die kleinere Einkäufe mit einer Hand voll ihrer letzten DM-Münzen bezahlen wollten. "Manche wollen alles bis auf den letzten Pfennig noch ausgeben", sagte sie.

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