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Bundesbank rechnet mit mehr Fusionen im Kreditgewerbe

Die Deutsche Bundesbank rechnet in der Kreditwirtschaft mit einer weiter steigenden Zahl von Fusionen und Übernahmen. Dies gelte für grenzüberschreitende und nationale Projekte, sagte Bundesbank-Vizepräsident Jürgen Stark auf der Fachmesse für Bankwesen und Finanztechnologie "European Banking Technology Fair 2000" am Montag in Frankfurt.

dpa FRANKFURT/MAIN. Die Branche stehe mitten in einem "massiven Wandel". Nicht zuletzt die Internet-Revolution krempele die Finanzwirtschaft vollständig um. Dies bringe für die Institute und ihre Beschäftigten allerdings auch erhebliche Risiken mit sich, betonte Stark. Banken, Politik und Aufsichtsbehörden seien gleichermaßen gefordert, die Stabilität des Finanzsektors sicher zu stellen.

Auffällig sei allerdings, dass sich Fusionen und Übernahmen in Europa bislang vor allem innerhalb nationaler Grenzen abspielten. Stark sieht einen entscheidenden Grund in rechtlichen, sprachlichen und kulturellen Problemen grenzüberschreitender Zusammenschlüsse. Zudem seien die nationalen Potenziale für Fusionen besonders in den großen Ländern Europas längst nicht ausgeschöpft.

Unterdessen beklagt der Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Rolf Breuer, einen zunehmenden Qualitätsverlust in der Wirtschafts- und Finanzberichterstattung der Medien. "Die Qualität ist nicht mehr die gleiche", sagte er. Grund dafür sei unter anderem der gestiegene Konkurrenzkampf der Medien in den vergangenen Jahren.

Besonders der Siegeszug des Internet habe der Gerüchteküche bei Finanznachrichten Tür und Tor geöffnet. Die Globalisierung und die Welle von Fusionen sowie Übernahmen sorge für eine Informationsflut, die zunehmend schwerer zu bewältigen sei. Die Deutsche Bank und andere weltweit operierende Unternehmen seien gezwungen, künftig "Gerüchte noch längere Zeit nicht zu kommentieren". Erst wenn die Aktionäre und ihr Recht auf sofortige Informationen berührt seien, müsse natürlich reagiert werden.

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