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Bundesbank sieht hohe Wachstumschancen für Venture-Capital-Markt

Angesichts der volkswirtschaftlichen Bedeutung dieser Finanzierungsform für junge Unternehmen müsse die Bundesregierung die Rahmenbedingungen für ein günstiges Investitionsklima schaffen, erklärte die Bundesbank.

ADX FRANKFURT/MAIN. Die Deutsche Bundesbank sieht hohe Wachstumschancen für die Risikokapitalfinanzierung in Deutschland. Allerdings müsse die Politik ein innovationsfreundliches Umfeld und Investitionsanreize schaffen, damit Wagniskapital (Venture Capital) eine beträchtliche Rolle für das Wirtschaftswachstum und den Strukturwandel in Deutschland spielen könne, fordert die Bundesbank in ihrem am Mittwoch vorgelegten Monatsbericht Oktober. Sie begrüßt darin Regelungen der Steuerreform, die Gewinne aus Beteiligungsverkäufen ab 2002 für Kapitalgesellschaften steuerfrei stellt. Einzelpersonen und Personengesellschaften als Risikokapitalgeber profitierten allerdings nicht von der Neuregelung, kritisiert die Bundesbank.

Trotz des stürmischen Aufschwungs des deutschen Venture-Capital-Marktes in den vergangenen drei Jahren spiele die Risikofinanzierung noch immer eine wesentliche kleinere Rolle als zum Beispiel in den USA. So standen Investitionen von drei Milliarden Euro 1999 (nach derzeitigen Kurs rund 2,5 Milliarden US-Dollar) in Deutschland 48 Milliarden US-Dollar in den Vereinigten Staaten gegenüber.

Dabei fehle es hierzulande nicht an Risikokapital, betont die Bundesbank. Vielmehr deute der vergleichsweise große Bestand an ungenutzten Fondsmitteln bei den Wagniskapital-Gesellschaften auf Mängel des informellen Kapitalmarktes sowie eine noch nicht ausreichende Gründermentalität in Deutschland hin.

Venture Capital Markt bis in die späten 80er Jahre unbedeutend

Nach der Gründung der ersten Beteiligungsgesellschaft 1965 blieb der deutsche Venture-Capital-Markt bis in die späten 80er Jahre den Angaben zufolge relativ unbedeutend. So erreichte das Beteiligungsportfolio aller Gesellschaften 1985 erst einen Wert von einer Milliarde Mark. Von 1997 bis 1999 verdoppelte sich jedoch die Zahl der Beteiligungsgesellschaften auf rund 250. Diese verfügten zusammen über ein Portfolio von knapp 14 Milliarden Mark. Das ungenutzte anlagebereite Fondskapital belief sich auf weitere zwölf Milliarden Mark.

Einen Beitrag zum starken Wachstum des Wagniskapitalmarktes dürfte die Etablierung des Neuen Marktes an der Frankfurter Wertpapierbörse geleistet haben, schreibt die Bundesbank weiter. So biete ein Börsengang den Venture-Capital-Investoren in der Regel einen «reibungslosen und profitablen Ausstieg aus ihren Investments». Wurden 1995 erst acht Prozent der Beteiligungsverhältnisse über einen Börsengang aufgelöst, waren es 1999 bereits knapp 20 Prozent. Entsprechend sei eine "gesunde" Aktienbörse ein maßgeblicher Faktor für das langfristige Verhältnis von Angebot und Nachfrage auf dem Markt für Wagniskapital.



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