Bundesbank will bis 2007 rund 1800 Arbeitsplätze abbauen
Schröder will Finanzplatz Frankfurt stärken

Den Finanzplatz Deutschland will Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) mit neuen Schritten stärken. So sollen deutsche Fonds-Produkte attraktiver werden. Das kündigte der Kanzler auf der Feierstunde zur Einführung des neuen Bundesbankvorstands in Frankfurt/Main an.

pt FRANKFURT/M. Schröder hat die Reform der Bundesbank als wichtigen Beitrag bezeichnet, die Position Deutschlands unter den führenden Finanzplätzen Europas weiter zu stärken. Er kündigte zudem weitere Maßnahmen der Bundesregierung für eine Stärkung des Finanzplatzes Deutschland an. Mit der Neuordnung der deutschen Zentralbank seien die institutionellen Voraussetzungen dafür geschaffen worden, dass deutsche Interessen im System der Europäischen Zentralbanken künftig angemessen vertreten würden, erklärte Schröder.

Schröder kündigte ebenso wie Finanzminister Hans Eichel weitere Maßnahmen zur Stärkung des Finanzplatzes Deutschland an. Nach der Neuordnung der Finanzaufsicht, in die die Bundesbank in einer möglicherweise für die EU modellhaften Weise eingebunden sei, solle mit dem vierten Finanzmarktförderungsgesetz durch eine Erhöhung der Markttransparenz und eine Verbesserung des Anlegerschutzes das Vertrauen privater und institutioneller Anleger in die Märkte gestärkt werden. Auch die Prävention bei der Bekämpfung von Insidergeschäften soll ausgestaltet werden. Deutsche Fonds-Produkte will der Kanzler attraktiver für ausländische Anleger machen.

Schröder bekräftigte die Absicht der Bundesregierung, bei der Überarbeitung der internationalen Eigenkapitalstandards für Banken durch den Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht für eine Berücksichtigung der besonderen Belange insbesondere der deutschen Mittelstandsbanken zu sorgen. Bisherige Gespräche mit dem Präsidenten des Ausschusses stimmten ihn zuversichtlich. Auch der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Dietrich H. Hoppenstedt, sieht die Beratungen über das sogenannte Basel-II-Paket Dank des Einsatzes von Regierung und der Bundesbank auf gutem Weg.

1800 Arbeitsplätze abbauen

Bundesbankpräsident Ernst Welteke kündigte weitere Reformschritte bei der Bundesbank an. So sollen bis 2007 56 Bundesbankfilialen geschlossen werden. Insgesamt werden rund 1800 Arbeitsplätze, also jede neunte Stelle, wegfallen. Den betroffenen Mitarbeitern sollen andere Arbeitsplätze oder Vorruhestandsregelungen angeboten werden. In Kürze will der neue Vorstand seine Vorstellungen über die zukünftige Struktur der Hauptverwaltung und die Neuverteilung der Aufgaben vorlegen. Auch davon würden "die Bediensteten nicht nur positiv betroffen sein," erklärte Welteke.

Durch den neuen Vorstand sieht Welteke die Kontinuität der Bundesbankpolitik gewährleistet. Tatsächlich besteht er nur aus "alten Hasen". So ist mit Jürgen Stark der alte auch der neue Vizepräsident. Edgar Meister bleibt für die Bankenaufsicht zuständig, Hans Georg Fabritius für den Zahlungsverkehr. Hermann Rembsberger bleibt Chefvolkswirt. Mit Franz-Christoph Zeitler, Hans Reckers und Hans-Helmut Kotz gehören zudem drei ehemalige LZB-Präsidenten dem neuen Vorstand an.

Quelle: Handelsblatt

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