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Bundesbankpräsident Weber plädiert für Festhalten an niedrigen EZB-LeitzinsenDPA-Datum: 2004-07-21 19:37:38

(dpa-AFX) München - Bundesbankpräsident Axel Weber hat sich für ein Festhalten an historisch niedrigen Leitzinsen in der Eurozone ausgesprochen. "Unsere geldpolitische Richtung ist klar: sie ist geradeaus", sagte Weber der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstagausgabe). Die Europäische Zentralbank (EZB) orientiere sich an den Daten des Euroraums und sehe "zur Zeit keinen inflationären Druck auf mittlere Frist".

(dpa-AFX) München - Bundesbankpräsident Axel Weber hat sich für ein Festhalten an historisch niedrigen Leitzinsen in der Eurozone ausgesprochen. "Unsere geldpolitische Richtung ist klar: sie ist geradeaus", sagte Weber der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstagausgabe). Die Europäische Zentralbank (EZB) orientiere sich an den Daten des Euroraums und sehe "zur Zeit keinen inflationären Druck auf mittlere Frist".

Es gebe aber bestimmte Risiken, sagte Weber. "Sollten die sich materialisieren, wird sich auch die Orientierung ändern." Die Zinsentscheidungen hingen insofern von neuen Daten ab. Die EZB hat bisher ihren seit Juni 2003 geltenden Leitzins unverändert bei zwei Prozent belassen.

Im Hinblick auf die in den USA vollzogene Leitzinswende sagte Weber: "In den USA ist das Wirtschaftswachstum deutlich höher. In Europa haben wir historisch niedrige Zinsen und eine stimulierende Geldpolitik, die aber gegenwärtig keinen inflationären Schub auslöst."

Weber Mahnt Einhaltung DES Stabilitätspakts AN

Weber plädierte darüber hinaus für eine Einhaltung der Regeln des Europäischen Stabilitätspaktes. "Der Pakt muss nicht inhaltlich reformiert, sondern seine Regeln müssen eingehalten werden, insbesondere in guten konjunkturellen Phasen", forderte Weber. Entscheidend sei der politische Wille, mittelfristig einen ausgeglichenen Haushalt zu erreichen. Die bisherigen Vorschläge deuteten eher darauf hin, dass es zu einer Verwässerung des Paktes kommen könne.

Für Deutschland hält Weber das Erreichen der Stabilitätspaktvorgabe 2005 für erreichbar. "Eine Neuverschuldung von unter drei Prozent ist in Reichweite", sagte Weber. Dafür müssten noch sieben Milliarden Euro konsolidiert werden. Dies sei "schwerpunktmäßig über Subventionsabbau und Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik" zu erzielen. Diese Anstrengungen würden nach Einschätzung von Weber auch dazu beitragen, die Verunsicherung von Konsumenten und Investoren zu beseitigen.

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