Bundesbeschaffungsamt will ab 2002 alle Ausschreibungen online anbieten
Bleistifte online ordern

Während viele Kommunen mit elektronischen Ausschreibungen im Internet immer noch nicht viel anfangen können, arbeitet man auf Bundesebene bereits mit Nachdruck am Projekt Online-Vergabe von öffentlichen Aufträgen.

ddp BONN. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) gab im September 2000 den Startschuss zur E-Government-Initiative "BundOnline 2005". Mit dieser verpflichtet sich der Bund, spätestens bis zum Jahr 2005 alle internetfähigen Dienstleistungen der Bundesregierung auch tatsächlich auf elektronischem Weg anzubieten.

Wichtiger Bestandteil von "BundOnline 2005" ist das Teilprojekt "Öffentlicher Eink@uf Online". Grund: Die Bundesregierung testet damit erstmals die vollständige Beschaffung von Gütern und Dienstleistungen per Internet. Federführend bei diesem Teilprojekt ist das Beschaffungsamt des Bundesinnenministeriums in Bonn. Ab Januar 2002, so die Planung des Amtes, wird "Öffentlicher Eink@uf Online" an den Start gehen. Zu Beginn sollen zunächst vor allem Güter aus dem Technik-Bereich online ausgeschrieben werden, bis Ende des Jahres jedoch auch Waren und Dienstleistungen aus allen anderen Bereichen.

Ein hoch gestecktes Ziel, ist das Beschaffungsamt doch nach dem Bundesamt für Wehrtechnik der zweitgrößte Einkäufer des Bundes. Vom Druckerpapier über die Motorsäge bis zum Streifenwagen - für 26 Bundesbehörden, Stiftungen und Organisationen ist das Bonner Amt der Chefeinkäufer. Auf über 350 Millionen Euro beziffert sich allein in diesem Jahr das voraussichtliche Einkaufsvolumen der Behörde.

Bisher völlig unterschiedliche Methoden

Monika Elschner, Gesamtprojektleiterin in Sachen elektronischer Vergabe, ist optimistisch, dass der Start von "Öffentlicher Eink@uf Online" problemlos klappen wird. Befürchtungen, der komplette Handel nur über eine Internetplattform könnte nicht sicher genug sein, teilt sie nicht: "Die technischen Sicherheitsstandards sind schon seit Jahren vorhanden, was bislang fehlt sind die flächendeckenden Anwendungen von digitaler Signatur und Verschlüsselungstechnologien."

Bisher funktionieren elektronischen Unterschriften nämlich nach völlig unterschiedlichen Methoden. So groß die Zahl der Signatur-Anbieter, so vielfältig ist bislang die technische Umsetzung. Dies kann Ausschreibern ernsthafte Probleme bereiten, wenn sie Handwerker-Angebote mit technisch komplett verschiedenen Unterschriften erhalten und diese nicht fachgerecht entschlüsseln können. Aus diesem Grund bieten die meisten Ausschreibungs-Portale im Internet bisher auch nur die Bekanntgabe und die Leistungsverzeichnisse von kommunalen Aufträgen an. Um ein Angebot abzugeben, müssen die Unternehmen jedoch die Unterlagen ausdrucken und per Post an die Stadt- oder Gemeindeverwaltung zurück senden - aus eben genannten Sicherheitsgründen.

Erster Einsatz 2002

Doch genau dieses Problem wollen Monika Elschner und ihr Team bis zum Beginn ihres Projektes gelöst haben. Spätestens Anfang 2002, so ihre Überzeugung, sei endlich mit dem Einsatz von standardisierten Signaturkarten zu rechnen. Und wenn diese Voraussetzung geschaffen ist, stehe auch einer bundesweiten Einführung nichts mehr im Wege. "Ab diesem Zeitpunkt sind komplette Beschaffungsvorgänge tatsächlich über das Internet realisierbar. Also entfällt auch das Ausdrucken und Versenden der Ausschreibungs-Unterlagen", betont die Projektleiterin des Beschaffungsamtes. Doch nicht nur der Bund soll von der neuen Technik profitieren. "Unser Verfahren werden wir natürlich auch den Ländern und Kommunen zur Verfügung stellen", macht Elschner mit Nachdruck klar. Schließlich sei dieser "ganzheitliche Ansatz für den öffentlichen Einkauf" übertragbar auf alle Vergabestellen von Bund, Ländern und Gemeinden.

Ganz sicher ist sich Monika Elschner übrigens, dass die elektronische Vergabe erheblich zur Stärkung des Mittelstandes in Industrie und Handel beitragen wird: "Der Zugriff per Internet auf die Ausschreibungen ermöglicht erstmals einen einfachen und wirklich zeitgleichen Zugriff aller Interessenten. Besonders für kleine und mittlere Unternehmen dürfte dies interessant sein."

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