Bundesbürger müssen für Getränke tiefer in die Tasche greifen
Getränkehandel geht von Pfandpflicht aus

Günther Guder, geschäftsführender Verbandsvorstand, forderte die Angesprochenen auf, ihre "Vogel-Strauss-Politik" aufzugeben.

ire DÜSSELDORF. Andernfalls könnte der Handel mit einer Flut von Bußgeldern und Anzeigen wegen unlauteren Wettbewerbes überzogen werden, prophezeite Guder. Am Ende müsse man gar mit der Unverkäuflichkeit von Einweggebinden rechnen.

Die Getränkegroßhändler, die etwa vier Fünftel des gesamten Bier- und fast 90 % des Mineralwasserabsatzes in Deutschland auf sich vereinen, gehen "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" von der Einführung der Einweg-Pfandpflicht zum 1. Januar 2003 aus. Der Spitzenverband von rund 1 200 Fachgroßhändlern erwartet die Aufhebung eines gegenteiligen Düsseldorfer Verwaltungsgerichtsurteils durch eine höhere Instanz in den nächsten Wochen.

Für Getränke müssen die Bundesbürger nach Einschätzung des Fachgroßhandels 2003 tiefer in die Tasche greifen. Ökosteuer und Lkw-Maut bringen zusätzliche Belastungen. Je Getränkekasten bedeute die neue Autobahn-Gebühr bis zu 10 Cent Mehrkosten. Diese Last werde auch auf die Preise durchschlagen, ist sich Verbandschef Guder sicher.

Die im Verband organisierten Unternehmen verbuchten im vergangenen Jahr mit 12,66 Mrd. Euro ein Umsatzplus von 0,7 % gegenüber dem Vorjahr. Für das erste Halbjahr 2002 zeichnet sich zwar ein weiteres Plus von 3,8 % ab, dieses ist nach Ansicht der Getränkefachgroßhändler jedoch auch auf Preiserhöhungen durch die Brauereien zurückzuführen. Insgesamt betrachtet die Branche die zögerliche Konjunkturentwicklung im laufenden Jahr mit verhaltenem Optimismus.

Denn die Lage auf dem Getränkemarkt bleibt weiterhin gespannt, langjährige, negative Tendenzen wirken weiter. Dazu gehören der Verdrängungswettbewerb der Getränkehersteller ebenso wie die zunehmende Konzentration im Handel. Konzerne. Die rückläufigen Gastronomieumsätze bezeichnete Verbandschef Günther Guder als "hausgemacht". Viele Wirte hätten eine unglückliche Umstellungspolitik bei der Euroeinführung betrieben und damit ihre Gäste verärgert.

Von der Euro-Einführung haben nach Ansicht Guders lediglich die Discounter profitiert. Deren "Werte vernichtende Dosen- und PET-Einwegpolitik" kritisierte Guder allerdings scharf. Nach einer Erhebung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) zogen Aldi, Lidl, & Co. 11,1 % mehr Konsumenten in ihre Läden als im Vorjahr. Alle anderen Einzelhandelsformen haben bis zu 7 % ihrer Käufer verloren.

Quelle: Handelsblatt

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