Bundeskanzler hält Unterstützung der USA für "selbstverständliche Anstandspflicht"
Schröder will Abgeordnete in Einzelgesprächen überzeugen

Auf die Frage, ob die Koalition am Ende sei, falls keine eigene rot-grüne Mehrheit für den Beschluss zu stande komme, sagte er: "Ich halte nichts von Spekulationen im Vorfeld."

Reuters BERLIN. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) will Abgeordnete von SPD und Grünen mit Vorbehalten gegen den Krieg in Afghanistan auch in Einzelgesprächen von der Richtigkeit des Kabinettsbeschlusses für militärische Unterstützung der USA überzeugen. Schröder sagte am Donnerstagabend dem Sender RTL, er werde vor der Bundestags-Abstimmung nächste Woche auch persönlich mit denen reden, die reden wollten.

Auf die Frage, ob die Koalition am Ende sei, falls keine eigene rot-grüne Mehrheit für den Beschluss zu stande komme, sagte er: "Ich halte nichts von Spekulationen im Vorfeld." Er appelliere an die Abgeordneten, Deutschland international so zu positionieren, wie das in der Welt des 21. Jahrhunderts nötig sei. Dabei gehe es nicht darum, bei internationalen Militäraktionen "endlich dabei zu sein". Er habe deutlich gemacht, dass die Unterstützung der USA auch im deutschen Interesse sei und eine "selbstverständliche Anstandspflicht".

"Wir haben nie einen Blankocheck verlangt und wollen ihn auch nicht", sagte er mit Blick auf den Kabinettsantrag. Das Parlament verfüge über ein Selbstinitiativrecht und könne auch jederzeit von der Bundesregierung Auskunft verlagen, die diese auch gerne geben werde. Er rechne mit einem vernünftigem Verhalten der Abgeordneten und einer breiten Mehrheit. Das Bundeskabinett hatte am Mittwoch die Bereitstellung von bis zu 3 900 Bundeswehrsoldaten zur Unterstützung der USA im Afghanistan-Krieg beschlossen.

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