Bundeskanzler Schröder will die Arbeitserlaubnis auf andere Bereich ausdehnen
Green Card auch für andere Branchen

Bundeskanzler Schröder will mit Hilfe einer erweiterten Green-Card-Regelung ausländische Experten in andere Branchen locken.

ap MAINZ. Bundeskanzler Gerhard Schröder hat angekündigt, dass das Modell der Green Card für ausländische Experten künftig über den Bereich der Computer- und Softwareindustrie hinaus ausgedehnt werden soll. Bislang hätten rund 5 000 ausländische Experten mit Hilfe der Green Card in Deutschland Beschäftigung gefunden, sagte Schröder am Donnerstagabend auf dem Jahresempfang der rheinhessischen Wirtschaft in Mainz. Künftig sollten auch andere Branchen Experten aus dem Ausland anwerben dürfen.

Dies gelte für Branchen, in denen Deutschland im harten Wettbewerb mit Großbritannien, USA oder anderen Nationen stehe, erklärte Schröder. Er sprach sich auch dafür aus, dass in Deutschland mehr Frauen berufstätig sein sollen. "Wir haben hier ein Modernitätsdefizit", sagte der Kanzler. Die Frauenerwerbsquote in Deutschland sei immer noch signifikant niedriger als in den nordeuropäischen Ländern oder Frankreich. Dies könne sich die Gesellschaft unter dem Gesichtspunkt wirtschaftlicher Vernunft auf Dauer nicht leisten. Zudem sei es unter dem Gesichtspunkt der Emanzipation der richtige Weg.

Mit ausreichend vielen Betreuungsangeboten Familien fördern

Der Kanzler erklärte, zur Förderung der Familien sei es nicht allein entscheidend, Geld zu geben. Für junge Familien sei ein ausreichendes Betreuungsangebot ebenso wichtig, da dadurch junge Frauen die Möglichkeit erhielten, rasch wieder in den Beruf zurückzukehren. Schröder lobte in diesem Zusammenhang den Plan der rheinland-pfälzischen SPD, ein flächendeckendes Angebot an Ganztagsschulen aufzubauen. Dies werde die bildungspolitische Diskussion in Deutschland revolutionieren.

Schröder warb erneut für die Rentenreform seiner Regierung. Zentrales Reformwerk sei der Aufbau einer zweiten, kapitalgedeckten Säule zur Absicherung der Altersbezüge: "Dieser Punkt darf nicht kaputt gemacht werden." Deutschland habe mit der Rentenreform die historische Chance, die Renten dauerhaft abzusichern: "Wenn wir diese Chance vorbei gehen lassen, machen wir einen Riesenfehler." Der Kanzler rief die sozialliberale Koalition in Rheinland-Pfalz auf, dem Reformwerk im Bundesrat zuzustimmen.

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