Bundeskartellamt ermittelt
Duales System und Metro drohen Geldbußen

Das Bundeskartellamt sieht sich in seinem Verdacht bestätigt, dass das Duale System Deutschland (DSD) sowie zwei Verbände und die Metro AG zum gezielten Boykott von Konkurrenten des "Grünen Punkts" von DSD aufgerufen haben.

Reuters DÜSSELDORF. Nach der Auswertung von Material, das bei Durchsuchungen im vergangenen Oktober sicher gestellt wurde, habe sich der Verdacht verstärkt, sagte ein Sprecher des Bundeskartellamts am Mittwoch in Bonn.

Könnten DSD, Markenverband, die Bundesvereinigung Deutscher Handelsverbände (BDH) und die Metro AG die Vorwürfe nicht entkräften, "wäre dies ein schwerer Verstoß gegen das Kartellgesetz". Dann drohten den Beteiligten Geldbußen, die bis zu dreifach höher liegen könnten als der durch den Boykott erlangte Vorteil. Die Betroffenen hätten nun bis Ende August Gelegenheit zur Stellungnahme, sagte der Sprecher. Einen Zeitrahmen bis zu einer endgültigen Entscheidung des Kartellamts wollte er nicht nennen.

Das DSD sieht sich mit verstärktem Konkurrenzdruck konfrontiert. Der Europäische Gerichtshof hatte im vergangenen November eine Beschwerde des DSD gegen eine Entscheidung der EU-Kommission abgewiesen, nach der das Unternehmen kein Entgelt mehr für Verpackungen mit dem "Grünen Punkt" verlangen kann, wenn diese von Konkurrenten entsorgt werden.

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