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Bundeskartellamt schaltet sich in Flugpreisstreit ein

In einem Streit zwischen der Deutschen Lufthansa und dem Wettbewerber Germania könnte es zu einem Eingreifen des Bundeskartellamtes kommen.

Reuters BERLIN. Der Geschäftsführer des Billigfluganbieters Germania, Mustafa Muscati, sagte am Montag in Berlin, man gebe sich nicht zufrieden mit den von der Lufthansa angebotenen Start- und Landerechten (Slots) für Inlandsflüge zwischen Berlin und Frankfurt. Die Lufthansa habe der Germania nur unbrauchbare Slots angeboten.

Das Bundeskartellamt sei eingeschaltet und man rechne damit, dass die Behörde in der nächsten Zeit tätig werde. Ein Sprecher des Kartellamts sagte, man wolle die Verhandlungen zwischen den Fluggesellschaften abwarten. Eine Stellungnahme der Lufthansa war zunächst nicht zu erhalten.

Das Bundeskartellamt hatte die stufenweise Beteiligung von bis zu 49 % der Lufthansa an der Regionalfluggesellschaft Eurowings im Herbst unter Auflagen genehmigt. Dazu gehört die Verpflichtung, innerdeutschen Mitwettbewerbern insgesamt bis zu drei Start- und drei Landerechte bereitzustellen. Germania kündigte Schadenersatzforderungen an, sollte die Lufthansa nicht andere und wirtschaftlich interessantere Startrechte anbieten.

"Lufthansa fliegt zu Dumpingpreisen"

"Wir gehen von einem länger andauernden Streit vor dem Bundeskartellamt aus", sagte Muscati. Ein Sprecher der Behörde sagte, man habe der Lufthansa bereits deutlich gemacht, dass die Startrechte möglichst den Wünschen der Mitbewerber wie Germania entsprechen sollten. "Nur so kann möglichst viel Wettbewerb auf der Strecke erreicht werden."

Das Bundeskartellamt hatte vergangene Woche der Lufthansa eine drastische Preissenkung für Flüge auf der Strecke Frankfurt-Berlin verboten und zur Auflage gemacht, der Preis für einen Flug müsse mindestens 35 ? je Strecke über dem der Germania liegen. Die Lufthansa hatte auf den Flugpreis von 99 ? der Germania reagiert und ein Angebot von 100 ? für die Strecke gemacht. Dies war nach Auffassung der Wettbewerbshüter eine Senkung um mehr als 60 % des ursprünglichen Preises. Die Lufthansa fliege damit zu Dumpingpreisen.

Germania kündigte zudem an, seine innerdeutschen Flüge ab April auf der Strecke Berlin-Köln auszubauen. Ab Herbst solle es womöglich auch Verbindungen zwischen Hamburg-München, Hamburg-Berlin, München-Berlin und Flüge ins Ausland geben.

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