Bundesländer relativieren Prognosen
Flutschäden: Milliarden bleiben liegen

Das Ausmaß der Flutschäden bleibt möglicherweise hinter den ersten Befürchtungen zurück. Sowohl in Sachsen als auch in Sachsen-Anhalt stellen die Firmen weniger Anträge auf Soforthilfe als gedacht. In Sachsen-Anhalt liegt das Volumen nur bei einem zweistelligen Millionenbetrag. Nahe liegende Erklärung sei, dass die Verluste der Betriebe offenbar geringer sind als vermutet, sagen Kreise aus der Magdeburger Landesregierung.

BERLIN. Die zunächst angenommene Summe werde zumindest bei der Wirtschaft nicht erreicht. Auch der sächsische Wirtschaftsminister Martin Gillo (parteilos) wundert sich, dass erst wenige Firmen die 15 000 Euro Soforthilfe beantragt haben.

Auch die Schätzungen der allgemeinen Schäden relativieren sich mehr und mehr. So hatte Sachsen-Anhalt zunächst von 5 bis 8 Mrd. Euro gesprochen. Inzwischen geht die Staatskanzlei davon aus, dass sich die Summe am unteren Rand bewegt. Sachsen hält an der angegebenen Summe von 15 Mrd. Euro zwar noch fest. Aber auch hier zeichnet sich nach inoffiziellen Angaben aus der Landesregierung ab, dass es "die eine oder andere Milliarde weniger" sein könnte. Schon bald sollen genaue Zahlen auf den Tisch kommen, um nicht in den "Ruf der Raffgier" zu geraten, heißt es. Die Regierung in Niedersachsen geht inzwischen ebenfalls davon aus, dass der Schaden "weit weniger" als die zunächst geschätzten 300 Mill. Euro beträgt. Auch bei der Oderflut 1997 lagen die geschätzten Schäden weit über den tatsächlich eingetretenen.

Bundeswirtschaftsminister Werner Müller (parteilos) will eine erste konkrete Übersicht am Montag veröffentlichen. Insgesamt stellen Länder, Bund und EU 9,8 Mrd. Euro Fluthilfe bereit. Die Bundesregierung habe bis jetzt keine Hinweise auf niedrigere Schäden, sagte Regierungssprecher Uwe Karsten Heye in Berlin. Man sei auf entsprechende Meldungen der zuständigen Länder angewiesen. Die Bundesregierung habe bereits Soforthilfen von 80 Mill. Euro an Städte und Kreise sowie 100 Mill. Euro an die Länder bezahlt.

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