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Bundesliga boomt trotz EM-Pleite

Düsseldorf (dpa) - Trotz EM-Pleite der Nationalmannschaft und des Possenspiels um den neuen Bundestrainer bleibt die Fußball-Bundesliga vor dem Start in die 42. Saison attraktiv wie selten und setzt eine Rekordmarke nach der anderen.

Düsseldorf (dpa) - Trotz EM-Pleite der Nationalmannschaft und des Possenspiels um den neuen Bundestrainer bleibt die Fußball-Bundesliga vor dem Start in die 42. Saison attraktiv wie selten und setzt eine Rekordmarke nach der anderen.

Bereits vor dem Startschuss vermelden die 18 Clubs der ersten Liga mit 337 800 verkauften Dauerkarten ebenso eine neue Höchstmarke wie im Trikotsponsoring (99 Millionen Euro). Nahezu alle WM-Arenen präsentieren sich im modernsten Look und auch auf dem Transfermarkt wurde wieder mehr investiert als im Jahr zuvor. Im Kampf um die begehrte Meisterschale gilt Rekordtitelträger FC Bayern München als großer Favorit. 14 der 18 Trainer trauen dem Club nach einer dpa-Umfrage den Titelgewinn zu.

Dementsprechend selbstbewusst präsentiert sich das Starensemble von der Isar auch vor dem Meisterschaftsstart. Mit dem Gewinn des Liga-Pokals gegen Werder Bremen (3:2) haben die Bayern ein erstes Ausrufezeichen gesetzt. Und der neue Trainer Felix Magath hat seine Parole zum Programm gemacht. «Ich bin nach München gekommen, um endlich einen Titel zu gewinnen», betonte der Coach. Selbst Meistermacher Thomas Schaaf aus Bremen schätzt die süddeutsche Konkurrenz sehr stark ein. «An Nummer eins stehen für mich die Bayern», sagte der Werder-Trainer, der mit seiner Mannschaft die 42. Saison gegen den FC Schalke 04 eröffnet.

Ausgestattet mit dem höchsten Etat aller Clubs (60 Millionen Euro) und dem spendabelsten Hauptsponsor (bis zu 20 Millionen) investierte der 18-malige Meister mit etwa 25 Millionen Euro auch am meisten in neue Spieler. In dem Brasilianer Lucio von Bayer Leverkusen (12 Millionen) und dem Dortmunder Nationalspieler Torsten Frings (9) verbuchten die Münchner die spektakulärsten Transfers. Neben dem FC Bayern hat sich wohl Schalke 04 am besten verstärkt. Mit Top-Torjäger Ailton, den beiden Abwehrspezialisten Marcelo Bordon (VfB Stuttgart) und Mladen Krstajic (Werder Bremen) sowie dem Ex-Lauterer Lincoln sind die Gelsenkirchener aber auch gezwungen, einen internationalen Wettbewerb zu erreichen.

Während der Branchenführer kräftig investiert hat, verfolgt der große Rest der insgesamt hoch verschuldeten Liga einen besonnenen Sparkurs. Die Etats der Clubs blieben mit 581,7 Millionen Euro unter der Vorjahresmarke (596,2), nur für knapp ein Viertel der über 120 neu verpflichteten Spieler wurde eine Ablösesumme nötig. Clubs wie Borussia Dortmund und der 1. FC Kaiserslautern mussten ihre Ausgaben drastisch senken. Allerdings beziehen die Vereine aus der Trikotwerbung mehr Geld als bisher und haben fast die 100-Millionen- Euro-Grenze erreicht.

Zwei Jahre vor der Weltmeisterschaft im eigenen Land strahlen auch die Arenen in neuem Glanz. Erst vor wenigen Tagen wurde das runderneute Olympiastadion in Berlin eingeweiht. Borussia Mönchengladbach hat nach zehnjähriger Planungsphase und über 80 Jahren am Bökelberg mit dem Borussia-Park eine neue, 54 000 Zuschauer fassende Heimat erhalten. Die Gladbacher hoffen auf mehr Einnahmen und bessere Perspektiven in der Liga. In Christian Ziege und Oliver Neuville konnte der Club sogar zwei A-Nationalspieler verpflichten.

Nach dem Rücktritt von DFB-Teamchef Rudi Völler während der für Deutschland enttäuschenden EM und der unendlichen Suche nach einem Bundestrainer konnte in Jürgen Klinsmann ein Sympathieträger gefunden werden. Er soll nicht nur die Nationalelf wieder auf Kurs bringen, sondern steht auch für eine bessere Zusammenarbeit zwischen Verband und Liga. Auch die Strukturen in der DFB-Führung sind verändert worden. In Theo Zwanziger und Gerhard Mayer-Vorfelder soll auf dem DFB-Bundestag im Oktober erstmals eine Doppelspitze den größten Sportverband der Welt führen.

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