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Bundesliga-Clubs bekommen wieder mehr Geld

Hannover (dpa) - Der Mut zum Risiko hat sich für die Fußball-Bundesligisten gelohnt. Durch die Eigenvermarktung der TV- Rechte wird die Deutsche Fußball-Liga (DFL) deutlich mehr einnehmen, als ihr zuletzt von der Agentur Infront geboten worden war.

Hannover (dpa) - Der Mut zum Risiko hat sich für die Fußball-Bundesligisten gelohnt. Durch die Eigenvermarktung der TV- Rechte wird die Deutsche Fußball-Liga (DFL) deutlich mehr einnehmen, als ihr zuletzt von der Agentur Infront geboten worden war.

«Ich glaube, dass wir das ehrgeizige Ziel von 300 Millionen Euro pro Saison erreichen werden», sagte DFL-Geschäftsführer Wilfried Straub der dpa. Zuvor hatte er den Verkauf der Verwertungsrechte für das Internet und für Mobilfunkdienste an T-Online bekannt gegeben.

Der Trend zu sinkenden Preisen, die bei einigen Clubs zu wirtschaftlichen Turbulenzen geführt hat, ist damit vorerst gestoppt. Das Gesamtergebnis ist für Straub inzwischen absehbar, denn alle wichtigen Vermarktungsverträge sind nun abgeschlossen. Nur kleinere Kontrakte sind noch offen, stehen aber «kurz vor dem Abschluss» - wie der über die Zweitverwertung der Samstagsspiele mit dem ZDF. «Die Arbeit hat sich gelohnt», stellte Straub fest. Da alle Abmachungen für die kommenden zwei Jahre gelten, haben die Vereine nach Jahren des Chaos bei der TV-Vermarktung nun Planungssicherheit.

Freiwillig war der Entschluss zur Eigenvermarktung nicht. Die DFL hatte sich dazu entschlossen, die einzelnen Rechte selber an die Sender und Unternehmen zu verkaufen, nachdem die Agentur Infront für das komplette Paket 2004/2005 und 2005/2006 nur noch 272,5 und 277,5 Millionen Euro geboten hatte. Für die abgelaufene Spielzeit hatte Infront 280 Millionen Euro bezahlt.

«Die Entscheidung, das Angebot nicht anzunehmen, war auch ein Risiko», sagte Straub. Konkretes will der bei Zahlen äußerst zurückhaltende DFL-Geschäftsführer erst im Juli nennen, erklärte aber: «Man kann sicher sagen, dass wir über dem liegen, was uns die Agentur zuletzt geboten hat.»

Entschieden ist nach Straubs Angaben auch die Vergabe der Bilderproduktion an die Firma Fair Play Productions. Diese gehört dem gerade erst als DFL-Geschäftsführer ausgeschiedenen Michael Pfad und dem ehemaligen Bundesliga-Torhüter Manfred Müller. Die Einigung mit Fair Play Productions ist aber nach Straubs Worten noch «belastet durch Rechtsverfahren» mit der Produktionsfirma Plazamedia, die bisher für alle TV-Sender die Bilder von den Bundesligaspielen erstellt hat.

Die DFL wird auch zukünftig direkte Verhandlungen führen. Dafür spricht nicht nur die positive Erfahrung der vergangenen Monate, sondern vor allem die erst kürzlich getroffenen Einigung mit der EU-Kommission. «National ist der Markt überschaubar», sagte Straub. Offen sei das Vorgehen bei den Auslands-Rechten, die für die kommenden zwei Jahre an die Agentur Sportfive verkauft worden sind.

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