Bundesliga-Finale
Für Leverkusen schlägt die Stunde der Wahrheit

Den Profis von Bayer Leverkusen schlägt die Stunde der Wahrheit. Nach monatelangen Turbulenzen, der Einstellung eines neuen Sportdirektors und zwei Trainerwechseln ist der Tag der Entscheidung gekommen: Nur ein Sieg im Heimspiel über die Münchner "Löwen" kann den ersten Bundesliga-Abstieg seit dem Aufstieg 1979 wohl noch verhindern.

HB/dpa DÜSSELDORF/LEVERKUSEN. Reiner Calmund hofft, dass sich das Last- Minute-Engagement von Coach Klaus Augenthaler bezahlt macht. "Das wird ein Charaktertest. Sollte ein Spieler aufgeben, jage ich ihn persönlich unter das Tribünendach", drohte der Manager mit Konsequenzen für den Fall einer ähnlich leblosen Vorstellung wie beim 1:4 in Hamburg am vorigen Wochenende.

Angesichts der prekären Situation liegen beim Tabellen-16. (34 Punkte) die Nerven blank. Wie Calmund unlängst vorrechnete, müsste der Vorjahreszweite in der 2. Bundesliga zwischen 25 und 30 Millionen Euro einsparen und sich deshalb von zahlreichen Stars trennen. Das wäre das endgültige Ende einer Mannschaft, die noch im letzten Jahr ganz Europa begeisterte. Damit dieser Super-GAU ausbleibt, unternahm der Club mit der Verpflichtung von Augenthaler nochmals einen letzten Rettungsversuch - und sorgte damit erneut für reichlich Wirbel.

Umkrempeln will der Bayer bei seinem ersten Spiel auf der Bayer-Bank nicht viel, wohl aber eine andere Einstellung sehen: "Ich brauche Spieler, die durchs Feuer gehen und von der ersten bis zur letzten Minute ackern, rennen und laufen."

Der Weltmeister von 1990, der beim Saisonfinale in der kommenden Woche pikanterweise auf seinen ehemaligen Arbeitgeber 1. FC Nürnberg trifft, muss zudem auf günstige Ergebnisse bei den anderen Abstiegs- Endspielen in Rostock (38) und Hannover (39) hoffen. Verliert Arminia Bielefeld (36) im Ostseestadion, könnte Bayer an den Ostwestfalen vorbeiziehen und erstmals seit dem 27. Spieltag einen Abstiegsplatz verlassen.

In Bielefeld herrscht Ruhe

Anders als in Leverkusen herrscht in Bielefeld jedoch nach wie vor Ruhe, obwohl die Mannschaft zuletzt beim 1:3 gegen Bochum einen Big- Point vergab. "Ich finde keinen Ansatz für Zweifel, dass wir unser Ziel von 40 Punkten nicht erreichen können", sagte Arminen-Coach Benno Möhlmann gelassen. Beim Gegner sorgte die angespannte Situation für ungewöhnliche Maßnahmen: Schon am Donnerstag reiste das Hansa- Team, das im Falle einer Niederlage dem Abgrund wieder bedrohlich nahe käme, in ein Trainingslager nach Kühlungsborn.

Hannover 96 bereitet sich in der Abgeschiedenheit der Sportschule Barsinghausen auf die wichtige Partie gegen Mönchengladbach (38) vor. Die von Tainer Ralf Rangnick angestrebte Ruhe wurde allerdings durch die Spekulationen um Torjäger Fredi Bobic gestört, der angeblich vor einem Wechsel zum Ligakonkurrenten Hertha BSC steht. "Wenn wir uns das Rechnen ersparen wollen, müssen wir gewinnen", sagte Rangnick. Ähnliches gilt für den Gast, der seit nunmehr fünf Bundesliga-Spielen ungeschlagen ist und in den letzten 31 Jahren immer zumindest mit einem Punkt aus Hannover heimkehrte.

Völler überreicht Meisterschale

Die Suche nach dem dritten Absteiger stellt selbst die große Show des FC Bayern in den Schatten. DFB-Teamchef Rudi Völler wird dem überlegenen Titelträger bereits am 33. Spieltag die Meisterschale überreichen. "Da wollen wir natürlich als Sieger vom Platz gehen", sagte Trainer Ottmar Hitzfeld voller Hoffnung auf einen Erfolg über den VfB Stuttgart, der nach bisher famoser Saisonleistung seine gute Position im Kampf um die Champions League nicht in letzter Minute noch verspielen will. Die Tabellenkonstellation will es, dass Borussia Dortmund ausgerechnet auf die Schützenhilfe des Erzrivalen aus München hoffen muss. Bei einer Niederlage der Stuttgarter könnten die Borussen selbst im Falle einer Niederlage in Kaiserslautern den zweiten Platz verteidigen.

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