Bundesliga-Vereine verfügen über 40 Millionen Euro
Fußball-Bundesliga gibt nach Kirch-Pleite Entwarnung

Der Insolvenzantrag der Kirch-Gruppe wird den Profi-Fußball kurzfristig nicht in das befürchtete Finanzchaos stürzen. Die Vereine der Bundesligen haben für den Fall von Liquiditätsschwierigkeiten im Laufe der vergangenen Jahre 80 Mill. DM (40,903 Mill. Euro) als Kaution hinterlegt, auf die sie im Notfall zurückgreifen könnten.

dpa FRANKFURT. "Die Gelder sind in Verbindung mit der Lizenzierung in einen Topf eingezahlt worden", bestätigte der geschäftsführende Vorsitzende der Deutschen Fußball- Liga (DFL), Wilfried Straub, am Montag in Frankfurt.

Auch der Internationale Fußball-Verband FIFA gab in Bezug auf die TV- und Hörfunkübertragungen von der WM 2002 in Japan und Südkorea Entwarnung. Der Verband habe «im Voraus alle notwendigen Vorkehrungen zum Schutz der Übertragungsrechte an der Fußball-Weltmeisterschaft 2002 und der damit verbundenen Operationen im Produktionsbereich getroffen", teilte die FIFA am Montag in Zürich mit. Der Verband bestätigte in der Pressemitteilung, dass die TV-Rechte an den WM- Turnieren 2002 und 2006 im Einverständnis mit der FIFA von der Kirch-Media auf die von der Insolvenz nicht betroffene KirchSport AG umgeschrieben wurde. Die Kirch AG-Sport hat ihren Sitz in Zug in der Schweiz.

Medienunternehmer Kirch besitzt die weltweiten TV-Rechte an den beiden kommenden Weltmeisterschaften. Die FIFA kassiert eine Garantiesumme für beide Turniere von insgesamt 2,8 Mrd. Schweizer Franken (2002: 1,3 Mrd. sfr; 2006: 1,5 Mrd. sfr). Die über die Garantiesumme hinaus gehenden Erlöse durch den Weiterverkauf der TV-Rechte muss sich Kirch mit der FIFA teilen. Für die WM 2002 hat Kirch bereits 1,2 Mrd. Franken (etwa 813 Mill. Euro) an die FIFA überwiesen. Die letzte Rate der Garantiesumme von 100 Mill. sfr, die 20 Tage nach Abschluss der WM am 30. Juni fällig ist, ist laut FIFA gedeckt.

Auch die Bundesliga würde zunächst nicht in ein Finanz-Loch fallen, wenn zum Beispiel die im Mai fällige TV-Rate der Kirch-Gruppe in Höhe von etwa 100 Mill. Euro ausbliebe. Insgesamt erwartet die DFL für die kommende Saison 360,46 Mill. Euro und für die Spielzeit 2003/2004 noch einmal 460,16 Mill. Euro von der Kirch-Gruppe. Unklar ist noch, wie viel Geld jeder einzelne Club in den Kautions-Topf eingezahlt hat und aus dem Fond zurück erhalten würde. Laut Straub orientiert sich die Summe unter anderem an den Personalkosten der jeweiligen Bundesligisten. "Es ist bis jetzt noch nicht klar, wie ausgeschüttet wird", ergänzte DFL-Sprecher Tom Bender.

Wichtig wäre vorerst nur, dass die Rücklagen, die in den «fetten Jahren gebildet worden sind», überhaupt vorhanden sind, sagte Bender. Falls der Insolvenz-Fall bei der Kirch-Gruppe eintritt, ist laut Straub eine Krisensitzung der DFL am Donnerstag angedacht. Zu Einzelheiten wollte sich die DFL erst am Montagnachmittag nach der Pressekonferenz der Kirch-Gläubigerbanken in München äußern.

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