Bundesliga
Zwischenruf: Ganz schön lange Weile

Geschafft. Endlich Pause. Selten zuvor sehnten Spieler, Trainer, Clubvorstände und Fans die Winterpause so sehr herbei wie dieses Jahr.

Die Spieler haben nach dem - gefühlt rund 500 Tage dauernden - Fußballjahr 2002 keine Kraft mehr: Champions League, UI-Cup, Uefa-Cup, Pokal, Meisterschaft, WM und EM-Qualifikation sind einfach zu viel; die Trainer sind sowieso kraft ihres Amtes immer urlaubsreif; die Clubchefs können sich nun ein paar Wochen ausschließlich um die angeschlagenen Finanzen kümmern; und den Fans waren Spieltage wie der zum Abschluss der Hinserie auch nicht mehr zuzumuten.

Zu kalt, zu wenig Tore, viel zu viel Langeweile. Noch ein paar solcher Spieltage mehr, und der Zuschauerschnitt (siehe Tabelle) der Hinrunde wäre weit weniger positiv ausgefallen. Wobei auffällt, dass der tatsächliche Schnitt des TSV 1860 München weit unter dem kalkulierten liegt. Dabei spielt die Mannschaft erfolgreicher als erwartet.

Für die Langeweile sorgt mal wieder der FC Bayern. Als viel gepriesenes "weißes Ballett" in die Saison gestartet, dann in der Champions League bei den Pirouetten hart auf dem Parkett aufgeschlagen, haben sich die Münchner an der Bundesliga für Hohn und Spott bitter gerächt. Sie führen nun wieder das auf, was sie schon immer am besten konnten: bayerische Rustikalität kombiniert mit deutscher Effizienz - Schuhplattler statt Schwanensee. Und das ganz ohne Stefan Effenberg, den personifizierten 1:0-Sieg.

Die Konkurrenz ist anscheinend noch nicht so weit - wie Bremen und Stuttgart - oder nicht mehr so weit - wie Leverkusen und Dortmund. Leverkusen leidet unter der grandiosen vergangenen Saison, der BVB ist zwar der ernsthafteste Bayern-Verfolger, spielt aber noch immer zu unbeständig. Bleibt für die Spannung der Liga zu hoffen, dass die Bayern nach der Winterpause einige Anlaufschwierigkeiten haben. Ansonsten können Fans nur auf zusätzliche Boxeinlagen im Bayern-Training hoffen.

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