Bundespartei sollte Auschlussverfahren gegen Karsli einleiten
Hamm-Brücher droht mit Partei-Austritt

Die Altliberale Hildegard Hamm-Brücher will nur in der FDP bleiben, wenn der umstrittene Landtagsabgeordnete Jamal Karsli wieder aus der Partei ausgeschlossen wird.

wiwo/ap MÜNCHEN. Die Politikerin sagte am Donnerstag in München: "Wenn die Bundespartei jetzt nicht ein Ausschlussverfahren gegen Herrn Karsli einleitet, dann werden meine Konsequenzen aktuell, die ich in meinem Schreiben an den FDP-Bundesvorsitzenden (Guido) Westerwelle angekündigt habe."

In dem Brief vom 6. Mai hatte die ehemalige Staatsministerin im Auswärtigen Amt die Parteispitze der FDP vor neuen antisemitischen und antiisraelischen Tendenzen gewarnt und mit Parteiaustritt gedroht. Hamm-Brücher sagte am Donnerstag, es sei untragbar, dass ein Politiker mit "antiisraelischen und damit direkt oder indirekt antisemitischen Hasstiraden" der Partei angehöre. "Ich werde mich immer dafür einsetzen, dass jüdische Mitbürger in Deutschland nie mehr Angst vor Antisemitismus haben müssen."

Der nordrhein-westfälische Landtagsabgeordnete Karsli war bei den Grünen ausgetreten, bei denen er wegen antiisraelischer Äußerungen unter heftigen Beschuss geraten war. Er hatte Israels Vorgehen gegen palästinensischen Terror als "Nazi-Methoden" bezeichnet und nach seinem Übertritt in die Düsseldorfer FDP-Fraktion in der ultrarechten Zeitschrift "Junge Welt" erklärt, eine "zionistische Lobby" diffamiere Kritik an Israel als antisemitisch. Am Mittwoch wurde Karsli vom Recklinghauser Kreisvorstand als Mitglied in die FDP aufgenommen.

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