Bundespräsidenten-Wahl wichtig für Merkel
Der lange, lange Elchtest für die neue Union

"Wir sind programmatisch sehr gut aufgestellt, um die Herausforderungen des neuen Jahres zu bewältigen." CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer hatte allen Grund, dermaßen optimistisch in die Zukunft zu schauen. Mit sagenhaften 99,6 Prozent hatte der Parteitag in Leipzig gerade leuchtend grünes Licht für die Reformen der sozialen Sicherungssysteme gegeben.

HB BERLIN. Seither kann Parteichefin Angela Merkel mit Fug und Recht behaupten, dass die Partei geschlossen hinter ihr steht und sie selber die unangefochtene Oppositionschefin ist. Doch aus der Opposition will die ambitiöse Ostdeutsche so schnell wie möglich heraus. Wie schnell die Union das schaffen kann, werden nicht zuletzt die 15 Wahlen im Jahr 2004 zeigen, die hochsymbolischen Charakter haben.

So auch die Wahl des Bundespräsidenten, der Johannes Rau ablösen wird. Seitdem der im Sommer klargestellt hat, nicht erneut zu kandidieren, dreht sich das Personalkarussell. Egal wen die Union am Ende nominieren wird - Angela Merkel ist es, die das Ergebnis zu vertreten hat. Denn zusammen mit der FDP hat die Union die Mehrheit in der Bundesversammlung. Und gerade deshalb wäre es mehr als eine Blamage, wenn die CDU-Chefin bei der Aufgabe versagte, einen der ihren durchzusetzen. Für viele gilt dies als "Meisterstück" der Parteichefin. Sollte es scheitern, bedeutete dies einen gewaltigen Rückschlag für Merkel auf dem Weg zu ihrer eigenen Kandidatur - als Kanzlerkandidatin der Union.

Dieselbe symbolische Überhöhung gilt für viele der Wahlen im komenden Jahr, darunter neben der Europa-Wahl die Landtagswahlen in Hamburg, im Saarland, in Brandenburg, Thüringen und Sachsen. Überall findet der Lackmustest statt: Ist die Union stark genug, die Regierung auch vorzeitig auszuhebeln?

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