Bundesregierung fördert Schienenverkehr weiterhin mit Milliardensummen
Klimmt: Bahn muss wettbewerbsfähig werden

Reuters BERLIN. Die Bundesregierung will den Schienenverkehr mit hohen Milliardensummen auch weiterhin vorrangig fördern. Bundesverkehrsminister Reinhard Klimmt (SPD) forderte am Dienstag zur Eröffnung der Bahn-Fachmesse InnoTrans die Deutsche Bahn und ihre Gewerkschaften aber auch zu verstärkten eigenen Anstrengungen auf, um wettbewerbsfähiger zu werden. Er erinnerte die Bahn an das Ziel, 2003/2004 börsenfähig zu werden. Dies müsse aber nicht zwangsläufig auch heißen, dass die Deutsche Bahn dann auch bereits an die Börse gehe.

Klimmts Besuch auf der Messe war begleitet von Protesten einiger Hunderte Arbeitnehmer bei Schienenverkehrsunternehmen. Sie waren der Bundesregierung eine verfehlte Verkehrspolitik zu Lasten der Bahn vor, die Tausende von Arbeitsplätzen bei den Bahnzulieferern gefährde. Klimmt sagte vor den Protestierenden, die Bundesregierung stehe zu ihrer Verantwortung, den Schienenverkehr im Rahmen eines integrierten Verkehrskonzeptes weiterhin zu fördern. So plane er ein Zukunftsprogramm, um mit zusätzlichen Investitionen und anderen Mitteln die Bahn wettbewerbsstärker gegenüber konkurrierenden Verkehrsträgern zu machen. Der Minister sprach von zwei Mrd. DM, die aus den Zinsersparnissen in Zusammenhang mit den UMTS-Versteigerungserlösen dem Schienenverkehr zugute kommen sollen.

Klimmt forderte die Bahn zugleich auf, ihre Kooperationen mit anderen Verkehrsträgern, etwa den Fluggesellschaften, zu verstärken. Dies und eine Harmonierung im europäischen Schienenverkehr gebe der Branche gute Zukunftschancen und verschaffen ihren Zulieferern Chancen auf mehr Aufträge.

Bahnchef Harmut Mehdorn forderte indes die Bahn-Zulieferer auf, noch effizienter und kostengünstiger zu werden. Er warte vor einer Herauslösung des Netzes aus dem Konzern. Dies hätte fatale wirtschaftliche Folgen, sagte Mehrdorn. Die deutschen Bahnzulieferer hatten schon am Montag ein düsteres Bild der aktuellen Lage angesichts der einschneidenden Sparpläne beim Hauptabnehmer Deutsche Bahn entworfen. Dadurch drohen nach Angaben der Zulieferer auch Gefahren für die Arbeitsplätze.

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