Bundesregierung prognostiziert geringeres Wachstum
Jahreswirtschaftsbericht mit konservativer Schätzung

Die Bundesregierung wird in ihrem heute veröffentlichten Bericht ein geringeres Wachstum prognostizieren.

vwd BERLIN. Die Bundesregierung wird in ihrem am Mittwoch zur Veröffentlichung anstehenden Jahreswirtschaftsbericht für dieses Jahr ein etwas geringeres Wachstum prognostizieren als noch im vergangenen Herbst. Den jüngsten Angaben aus Regierungskreisen zufolge geht der Bericht für 2001 von einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) am "unteren Rand" von etwa 2,6 %, aus, womit sich Berlin gegenüber der Prognose vom Herbst, die glatt auf 2,75 % lautete, pessimistischer zeigt. Letzte Abstimmungen sollen aber noch im Kabinett erfolgen, das sich am Mittwoch unmittelbar vor der Veröffentlichung mit dem Bericht befasst.

Mit den Vorhersagen des Berichtes nehme die Regierung wie zuvor schon führende Wirtschaftsforschungsinstitute eine konservative Schätzung vor, beruhend auf der Erwartung eines "sehr robusten Wachstums", das Potenzial nach oben besitze, wurde aus Regierungskreisen betont. In dem Jahreswirtschaftsbericht werden Wachstumsprognosen üblicherweise in Viertel-Spannen angegeben. Die Angabe 2-3/4 % ist damit nicht mit 2,75 % gleich zu setzen, sondern umfasst eine weiter gehende Spanne in Richtung 2,6 bzw. 2,8 %. Im vergangenen Jahr hatte das Wachstum 3,1 % betragen.

Konsum soll um 2,5 % wachsen

Gemäß einem bereits bekannt gewordenen Entwurf des Bundesfinanzministeriums rechnet die Bundesregierung im laufenden Jahr mit durchschnittlich rund 3,6 Mill. Arbeitslosen. Damit sinke die Zahl um 270 000 gegenüber dem Vorjahr. Die Arbeitslosenquote werde demnach von 9,6 % im vergangenen Jahr auf 9 % im Jahresdurchschnitt sinken. Erwartet werde zudem ein Anstieg der Zahl der Erwerbstätigen um 480 000 auf rund 39,5 Mill.
Außerdem erwartet die Regierung unter anderem einem Zuwachs des realen Konsums um 2,5 % nach 1,9 % im Vorjahr und der Bruttoanlageinvestitionen um real 3 nach 2,4 %.
Für Im- und Exporte werden jeweils plus 8,5 % nach 10,0 % respektive 12,9 % erwartet.

Führende Wirtschaftsforschungsinstitute haben sich gegenüber vwd unterschiedlich zu den bekannt gewordenen Revisionsplänen für die Wachstumsprognose geäußert. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) bewertete eine etwas abwärts revidierte Voraussage als angemessen. Das DIW habe seinerseits bereits eine deutlich geringere Wachstumseinschätzung von 2,5 % für 2001 abgegeben, sagte Konjunkturexpertin Silke Tober. Hingegen sieht das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) keine eindeutigen Signale, die bereits eine Korrektur nach unten rechtfertigten. "Das ist Zweckpessimismus", erklärte der Leiter der Konjunkturabteilung, Udo Ludwig. Das IWH gehe weiter von 2,7 % BIP-Wachstum in diesem Jahr aus.

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