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Bundesregierung sieht Kluft zwischen Arm und Reich

Die Bundesregierung sieht nach „Spiegel“-Informationen eine immer größere Kluft zwischen Arm und Reich in Deutschland. Das gehe aus dem Entwurf des Armuts- und Reichtumsberichts hervor, den Sozialministerin Ulla Schmidt (SPD) im nächsten Jahr vorstellen wolle.

dpa BERLIN. Die Bundesregierung sieht nach "Spiegel"-Informationen eine immer größere Kluft zwischen Arm und Reich in Deutschland. Das gehe aus dem Entwurf des Armuts- und Reichtumsberichts hervor, den Sozialministerin Ulla Schmidt (SPD) im nächsten Jahr vorstellen wolle.

Das Sozialministerium wollte sich zu den in dem Bericht genannten Zahlen am Samstag nicht äußern. Diese müssten zunächst dem Kabinett vorgelegt werden, sagte ein Sprecher in Berlin.

Laut "Spiegel" hat sich der Anteil derjenigen, die mit einem Einkommen unterhalb der von der EU definierten Armutsgrenze auskommen müssen, seit 1998 von damals 12,1 Prozent auf nun 13,5 Prozent erhöht. Von den Familien seien sogar 13,9 Prozent von Armut betroffen, meldet das Magazin.

Gleichzeitig wuchs dem Berichtsentwurf zufolge der Besitzanteil der Reichsten am gesamten privaten Nettovermögen von fünf Billionen Euro. Den betuchtesten zehn Prozent der Haushalte gehören davon 47 Prozent - zwei Prozentpunkte mehr als im Jahr 1998. Der Anteil der unteren 50 Prozent aller Haushalte am Gesamtvermögen hat sich hingegen von 4,4 Prozent auf nun vier Prozent verringert.

Bildungschancen würden "vererbt", zitiert das Magazin aus dem Berichtsentwurf. So seien die Chancen eines Kindes aus einem Elternhaus mit hohem sozialem Status, eine Gymnasialempfehlung zu bekommen, fast drei Mal so hoch wie die eines Facharbeiterkindes. Seine "Chance, ein Studium aufzunehmen, ist sogar 7,4fach größer als die eines Kindes aus einem Elternhaus mit niedrigem sozialem Status".

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