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Bundesschuldenverwaltungvom Erfolg im Netz überrollt

Internetseiten von Behörden gehören in der Regel nicht zu den bevorzugten Anlaufstellen der Surfer. Bei der Bundesschuldenverwaltung (BSV) ist das ganz anders - hier war der virtuelle Ansturm der Kunden in den vergangenen Wochen so groß, dass der Netzrechner schlapp machte und die Informationen tagelang nur mit Mühe oder gar nicht abrufbar waren.

pk FRANKFURT/M. Die Bundesschuldenverwaltung bietet seit kurzem den Direktkauf von staatlichen Wertpapieren an. Das Echo auf die Neuerung ist äußerst positiv. Der nächste Schritt geht in Richtung Online-Banking. Der Grund für die rege Nachfrage liegt in dem seit Juli möglichen Direktkauf von Bundeswertpapieren, über den die BSV unter der Web- Adresse "www.bsv.de" informiert. "Wie unser Provider mitteilte, war der Server dem Ansturm nicht gewachsen. Die Seite war zeitweise lahm gelegt", bestätigte ein Sprecher der Behörde in Bad Homburg im Taunus. Aber noch in dieser Woche will der Provider die technischen Engpässe beseitigt haben, so die Zusage an die BSV.

Obwohl für die neue Dienstleistung kaum die Werbetrommel gerührt wurde, hat die Neuerung offenbar schnell die Runde gemacht. "Wir sind sehr zufrieden mit dem Echo auf unser Angebot", teilte der BSV-Sprecher mit. Seit Anfang Juli habe man einen Anlagebetrag von knapp 80 Mill. DM über den Direktverkauf im Überweisungsverfahren abgesetzt; im Durchschnitt seien es zuletzt zwischen drei und vier Mill. DM pro Tag gewesen. Angesichts eines betreuten Volumens von rund 24 Mrd. DM auf 1,1 Mill. Einzelkonten (Stand Ende 1999) fallen die Zahlen zwar noch nicht ins Gewicht, entscheidend ist aber die Tendenz im Online-Absatz - und die sei steigend, erklärt die Behörde.

Der Hauptgrund für eine Inanspruchnahme der BSV liegt für den Privatanleger allerdings weiterhin in deren Angebot, für den Erwerb und die Verwaltung von Bundesschatzbriefen, Finanzierungsschätzen und Bundesobligationen keine Gebühren zu verlangen. Der Leitsatz "Die Zinsen auf Bundeswertpapiere sollen nicht durch Depotgebühren aufgefressen werden" ist auch den Banken bekannt, nur selten weisen sie aber auf die Vorteile der "selbstständigen Oberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Finanzen" hin.

Mit dem Online-Angebot können sich jetzt auch ungeübte Internet-Nutzer schnell einen Überblick über die Dienstleistungen verschaffen. Nach dem Einrichten eines so genannten Schuldbuchkontos kann der Kunde einmalig oder per Dauerauftrag mit seinen Geldüberweisungen beginnen. Als Mindestanlage sind 105 DM bei Bundesschatzbriefen, 110 Euro bei Bundesobligationen und 1 000 DM bei Finanzierungsschätzen vorgeschrieben. Wichtig ist bei jedem Kaufauftrag die im Internet ersichtliche Schlüsselnummer für die Wertpapierart und die Schuldbuchkontonummer. Zu den hinterlegten Formularen im Internet zählen solche für die Kontoeröffnung, den Freistellungsauftrag und Wiederanlageaufträge.

Papierflut soll eingedämmt werden

Im nächsten Schritt will die BSV den noch verbliebenen Papierkrieg weiter eindämmen. "Das bestehende Internetangebot soll so schnell wie möglich um ein Online-Banking erweitert werden. Der Auftrag zur Verwirklichung dieses Projekts wird in den nächsten Tagen an einen Anbieter von Internetbanking-Lösungen vergeben", sagte die Präsidentin der Behörde, Gudrun Schlitzberger.

Dann wäre zukünftig auf Tagesbasis etwa die Einsicht auf den aktuellen Kontostand, auf die Kurse für börsennotierte Staatspapiere und auf die angesammelten Zinsen vorstellbar. Parallel zur Einführung des Telefon- und Internetbankings ab Mitte 2001 wird voraussichtlich auch der Erwerb von börsennotierten Bundesanleihen möglich sein. Schon heute kann jeder BSV-Kunde seine Bundesanleihen über die Behörde via Deutsche Bundesbank kostengünstig verkaufen.

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