Bundessozialgericht: Dreck ist Privatsache
Duschbad nach der Arbeit nicht unfallversichert

Dreck und Staub auf der Baustelle oder auch schweißtreibende Arbeit hinter der Theke oder im Büro - wer hinterher für den Rest des Tages wieder sauber sein will, reinigt sich auf eigenes Risiko.

mwo KASSEL. Selbst auf einer Dienstreise ist "die körperliche Reinigung grundsätzlich dem unversicherten persönlichen Bereich zuzuordnen" und steht daher nicht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung, wie jetzt das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel bekräftigte (Aktenzeichen BSG: B 2 U 21/01, R).

Ein Vorarbeiter war im Sommer 1998 zu einer Baustelle geschickt worden, um Maschinen einzurichten. Wegen der Entfernung von 280 Kilometern zu seinem Wohnort buchte ihm seine Firma ein Hotel. Verdreckt von Staub und Glaswolle stieg er abends unter die Dusche. Dort rutschte er aus und brach sich den linken Arm. Von der Maschinenbau- und Metall-Berufsgenossenschaft verlangte er eine Entschädigung des Missgeschicks als Arbeitsunfall.

Vor dem Landessozialgericht (LSG) Nordrhein-Westfalen bekam er zunächst Recht: Die "betriebsbedingte Verschmutzung" müsse weg, meinten die Düsseldorfer Richter. Weil eine Reinigung am Arbeitsplatz nicht möglich gewesen sei, sei auch das Duschbad im Hotel noch versichert gewesen.

Das war sie aber doch nicht, so das BSG: Ob man nun zu Hause duscht oder auf einer Dienstreise im Hotel, die Reinigung sei grundsätzlich Privatsache. "Grundsätzlich" freilich bedeutet bei Juristen immer, dass es auch Ausnahmen gibt - etwa im Bergbau oder wenn sich ein Angestellter nach der Arbeit für einen Abendempfang seiner Firma fein macht.

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