Bundestag trifft Schutzvorkehrungen
Offenbar neue Phase im Kampf gegen den Terror

Mit dem Einsatz von Spezialkommandos haben die USA bei ihrem Militäreinsatz in Afghanistan offenbar eine neue Phase eingeleitet. Sondereinheiten der US-Streitkräfte operierten bereits in kleinen Einheiten im Süden Afghanistans, berichtete die «Washington Post» in ihrer Freitagsausgabe unter Berufung auf Vertreter des US-Verteidigungsministeriums.

afp/vwd WASHINGTON/SCHANGHAI/HAMBURG. Sie unterstützten dort die Bemühungen des US-Geheimdienstes CIA, im Machtbereich der regierenden Taliban-Führer der paschtunischen Bevölkerungsgruppe zur Abkehr von den radikalislamischen Gotteskriegern zu bewegen. Zuvor hatten US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld und Generalstabschef Richard Myers den bevorstehenden Einsatz von Sonderkommandos zur Ergreifung des islamischen Fundamentalistenführers Osama bin Laden angedeutet.

Zusätzliche Truppen könnten in Kürze etwa zur Aufklärung, zur Zielerkennung oder auch für direkte Angriffe auf Taliban-Miliz oder Terroristen zum Einsatz kommen, zitierte die «Washington Post» einen Pentagon-Vertreter. Über den Einsatz von Bodentruppen war seit Beginn des US-Militäreinsatzes in Afghanistan am 7. Oktober spekuliert worden. Die Spezialeinheiten der so genannten Green Berets bestehen aus insgesamt etwa 5000 Mann. Sie operieren in Teams zu zwölf Mann und sind auf Anti-Terror-Einsätze und geheime Aufklärungsmissionen sowie die Ausbildung verbündeter Kämpfer spezialisiert. Die Green Berets wurden vor allem durch ihren Einsatz im Vietnam-Krieg bekannt.

Kampfflugzeuge und Präzisionswaffen allein könnten «nicht am Boden herumkriechen und Leute fangen», sagte Rumsfeld in Washington. «Streitkräfte am Boden» seien entschlossen, «Afghanistan von Bin Ladens El-Kaida-Organisation und den Taliban zu befreien». Myers betonte, die USA seien bereit, das gesamte militärische Spektrum zum Einsatz zu bringen. Rumsfeld kündigte zudem die Unterstützung der bewaffneten Opposition in Afghanistan mit Militäreinsätzen aus der Luft sowie Munitionslieferungen an.

USA und China wollen Geheimdienstinfos austauschen

Unterdessen wurde mitgeteilt, dass die USA und China bei der Bekämpfung des Terrorismus eng zusammenarbeiten wollen. Beide Staaten würden in Zukunft beim Austausch von Geheimdienstinformationen und der Austrocknung der Finanzquellen von Terroristen kooperieren, sagte US-Präsident George W. Bush nach seinem ersten Treffen mit dem chinesischen Staatschef Jiang Zemin am Freitag in Schanghai. Die chinesische Regierung habe sich in dieser Hinsicht entschlossen gezeigt.

Jiang sagte bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bush, bei ihrem Treffen hätten beide Staatschefs Einigkeit in Fragen der Terrorbekämpfung erzielt. China wolle gemeinsam mit den USA Anstrengungen zur Entwicklung einer "konstruktiven und kooperativen Beziehung" unternehmen. Seit Bushs Amtsantritt im Januar waren die Beziehungen beider Staaten unter anderem wegen der US-Raketenabwehrpläne stark angespannt.

Sicherheitsvorkehrungen im Bereich des Bundestages verschärft

Gegen mögliche Terroranschläge hat nach Informationen der «Bild"-Zeitung auch der Deutsche Bundestag Schutzvorkehrungen getroffen. Alle Bundestagsabgeordneten hätten ein Warnschreiben von der Bundestagsverwaltung mit «Hinweisen» des Bundeskriminalamtes (BKA) zum Erkennen von Brief- und Paketbomben erhalten, berichtet das Blatt in seiner Freitagsausgabe. Darin warnt das BKA unter anderem vor «Post aus dem Ausland, Luftpost oder Auslieferung durch private Paketzustelldienste» sowie vor anderen Sendungen, die «erkennbar nicht durch Post zugestellt» worden seien. Auch bei Formulierungen auf Umschlägen wie «vertraulich», «privat», «persönlich» rät das BKA den Abgeordneten demnach zu erhöhter Vorsicht.

Laut «Bild» wurden die Sicherheitsvorkehrungen im Bereich des Bundestages verschärft. So müssen Besucher jetzt durch Detektorschleusen. Außerdem patrouillieren im Parlament Sprengstoffhunde. In der zentralen Klimaanlage des Reichstagsgebäudes wurden technische Schutzvorrichtungen etwa gegen das Einschleusen von Milzbrandsporen getroffen.

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