Bundestag unterbricht Haushaltsberatungen
Betroffenheit im Plenum

Die Parteien im Bundestag haben sich am Donnerstag tief betroffen und besorgt über den Ausbruch des Irak-Kriegs geäußert. In kurzen Ansprachen im Plenum zeigten sich die Fraktionsvorsitzenden übereinstimmend enttäuscht darüber, dass die Bemühungen um eine Entwaffnung Bagdads und eine friedliche Beilegung der Krise gescheitert sind.

HB/dpa BERLIN. "Wir hoffen gemeinsam, dass es nicht zum Einsatz von Massenvernichtungswaffen kommt und das verbrecherische Regime von Diktator Saddam Hussein schnell beendet werden kann", erklärte Bundestagspräsident Wolfgang Thierse zum Auftakt der außerplanmäßigen Aussprache. Für eine friedliche und demokratische Neuordnung im Nahen Osten müsse auch Deutschland Verantwortung übernehmen.

SPD-Fraktionschef Franz Müntefering zeigte sich besorgt, dass der Krieg zahlreiche Opfer fordern wird. Er sagte mit Blick auf die USA, mit der Militäraktion habe sich "das Recht des Stärkeren und nicht das Recht" durchgesetzt. Dies mache vor allem den jüngeren Deutschen Angst. Er rief aber dazu auf, die innenpolitische Auseinandersetzung fair und nach den demokratischen Regeln auszutragen.

Auch die Union hat nach den Worten von CDU-Fraktionschefin Angela Merkel Verständnis für die Ängste der Menschen. Sie verwies darauf, dass Deutschland und Europa durch gemeinsame Werte mit den USA verbunden seien. "Deshalb stehen wir an ihrer Seite", fügte sie hinzu.

Für die FDP erklärte ihr Fraktionschef Wolfgang Gerhardt, das Vorgehen der USA ohne einen ausdrücklichen Beschluss des UN - Sicherheitsrats finde nicht die Zustimmung der Liberalen. Enge transatlantische Beziehungen blieben aber auch künftig unverzichtbar.

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt dankte Bundeskanzler Gerhard Schröder und Außenminister Joschka Fischer für ihren Friedenseinsatz in den vergangenen Wochen. Auch nach ihren Worten darf die Freundschaft zu Washington nicht aufs Spiel gesetzt werden.

Schröder will am Nachmittag in einer Fernsehansprache zum Ausbruch des Krieges Stellung nehmen.

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