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Bundestags-Parteien verloren 60 000 Mitglieder

Die im Bundestag vertretenen Parteien haben mit Ausnahme der Grünen auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Mitglieder verloren. Mit einem Rückgang von mehr als 44 000 waren die Verluste bei der SPD mit weitem Abstand am größten.

dpa BERLIN. Die im Bundestag vertretenen Parteien haben mit Ausnahme der Grünen auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Mitglieder verloren. Mit einem Rückgang von mehr als 44 000 waren die Verluste bei der SPD mit weitem Abstand am größten.

CDU und CSU verbuchten zusammen Abgänge von mehr als 9 000 Mitgliedern. Dies ergab eine dpa- Umfrage in den Parteizentralen. Bei den Grünen dagegen stieg die Mitgliederzahl seit Ende 2003 um rund 160 auf etwa 44 250.

Die SPD, die bereits im Vorjahr wegen des Streits um die "Agenda 2010" einen Mitgliederschwund von 6,2 Prozent verkraften musste, hatte danach Ende November noch 606 474 Mitglieder (im Vergleich zu 650 798 im Vorjahres-Zeitraum). Rund 43 000 Frauen und Männer hatten die Partei in den ersten elf Monaten verlassen, wobei die Zahl der Austritte im Laufe des Jahres abnahm.

Waren es im 1. Quartal noch 20 253 Austritte, im 2. Quartal 10 052 und im 3. Quartal 5 400, lag diese Zahl im November bei nur noch 348. In den ersten elf Monaten konnte die SPD nach eigenen Angaben 12 766 Eintritte verbuchen - so viele wie seit vier Jahren nicht mehr. 8 500 Parteimitglieder starben in diesem Jahr.

Trotz verstärkter Werbung um Neueintritte büßte die CDU erneut etwa 5 000 Parteifreunde ein. Ende Oktober waren 583 886 Mitglieder bei der CDU eingeschrieben. Im Verhältnis größer waren die Verluste bei der bayerischen Schwesterpartei, die rund 4 000 Mitglieder verlor. Ende November hatten knapp 174 000 Frauen und Männer ein CSU - Parteibuch.

Bei der PDS setzte sich der kontinuierliche Mitgliederschwund auch 2004 fort. Die Parteizentrale rechnet mit etwa 4 000 Mitgliedern weniger. Ende 2003 gab es noch 65 753 Mitglieder. Damit hat die PDS innerhalb von zehn Jahren rund die Hälfte ihrer Mitglieder verloren. Mit einem Zuwachs von 2000 Mitgliedern zeichnet sich erstmals seit Jahren aber wieder eine positive Tendenz bei den Eintritten ab.

Auch die Zahl der eingeschriebenen Freien Demokraten ging leicht zurück. Sie verloren seit Ende 2003 rund 700 Mitglieder und zählen jetzt 64 500. Die FDP hat neben der PDS im Vergleich zu den anderen Parteien den größten Schrumpfungsprozess hinter sich. 1990 wies sie noch mehr als 178 000 Mitglieder aus.

Der NPD-Wahlerfolg im September in Sachsen hat der rechtsextremistischen Partei nach eigenen Angaben einen Zuwachs von zehn Prozent beschert. Die Mitgliederzahl sei von rund 5 000 zum Jahresanfang auf 5 600 Mitte Dezember gestiegen, teilte die NPD mit.

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