Bundestrainer Heiner Brand plant fest mit ihm
Der Irokese mit den dünnen Ärmchen

Handballer Pascal Hens fällt bei der EM in Slowenien durch Äußerlichkeiten auf - und durch Tore.

LJUBLJANA. Nein, bloß kein Gel. Holländisches Wachs muss es sein. "Dann hält das Haar am besten", sagt Pascal Hens. Und gefärbt muss es auch sein. Damit die Irokesen-Frisur auch richtig auffällt.

Als ob Pascal Hens nicht schon genug auffiele. 203 Zentimeter misst er, und ist dabei doch ein Schlaks. Besonders die Arme, die fallen auf. "Pommes" nannten ihn seine Mitspieler früher, weil die langen, dünnen Ärmchen irgendwie an Pommes Frites erinnerten. "Den Spitznamen wurde ich nie mehr los", sagt Hens. Es klingt ein wenig bedauernd, denn er hat im Kraftraum viel gearbeitet, um Muskelmasse zu gewinnen, und viel gegessen hat er, sogar Pommes Frites, obwohl er die eigentlich nicht mag. Bei der Handball-Europameisterschaft in Slowenien wiegt er nun 94 Kilo, neun mehr als noch vor einem Jahr.

Immerhin, es läuft nicht schlecht für den 23-Jährigen. Zu Beginn war er nur Statist, durfte 14 Minuten gegen Serbien-Montenegro ran und fünf gegen Polen, in beiden Spielen gelang ihm gerade ein Tor. Das ist zu wenig für einen, der nach der WM 2003 in Portugal noch als eines der größten deutschen Talente bezeichnet und angeblich von 25 Vereinen, auch aus dem Ausland, umworben wurde. Beim letzten Vorrundenspiel gegen Frankreich durfte er 20 Minuten spielen - und warf aus dem Rückraum sechs Tore. Beim 37:27 in der Hauptrunde gegen Tschechien waren es sogar sieben Treffer.

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