Bundestrainer Zach sieht keine rosigen Perspektiven
„Platz neun ist ein gutes Ergebnis"

Trotz des enttäuschenden Aus in der Zwischenrunde fällt das WM-Fazit von Bundestrainer Hans Zach insgesamt positiv aus. Im Interview warnt der 55-Jährige, der mit dem DEB über eine Vertragsverängerung sprechen will, aber vor zu hohen Erwartungen für die kommenden Jahre.

Herr Zach, die deutsche Mannschaft hat bei der WM in Tschechien zum ersten Mal seit dem Wiederaufstieg 2000 das Viertelfinale verpasst. Wie fällt Ihre WM-Bilanz aus?

Die Mannschaft hat hart gearbeitet und großartig gekämpft wie immer. In den letzten Jahren waren wir die Glücklichen, diesmal hatten wir nicht das Glück wie zuletzt. Aber Platz neun ist immer noch ein gutes Ergebnis in diesem Feld.

Aber die Leistungen waren insgesamt schwächer als zuletzt, oder?

Wir haben nicht so stark gespielt wie in den letzten Jahren. Im spielerischen Bereich sind wir eher schwächer geworden. Wir haben in Mark MacKay, Len Soccio, Wayne Hynes und Marcel Goc vier Mittelstürmer verloren. Und es ist auf dieser wichtigen Position nichts in Sicht, was uns nach vorne bringt.

Vor allem das schwache Überzahlspiel war entscheidend für das WM-Aus. Woran lag es?

Das Powerplay ist seit Jahrzehnten eine deutsche Schwäche. Die Spieler werden in ihren Klubs nur selten in diesen Situationen eingesetzt. Neben Jochen Hecht spielt nur Daniel Kreutzer im Verein eine dominierende Rolle im Powerplay.

Wie kann man das ändern?

Wir sollten unbedingt bis 2010 die Zahl der Ausländer auf sechs pro Klub reduzieren. Dann können die deutschen Stürmer Powerplay-Situationen bestreiten, von denen sie international profitieren. Nur dann können wir uns auf hohem Niveau stabilisieren.

Ist bei der nächsten WM wieder das Viertelfinale möglich?

Wir müssen in den nächsten Jahren nur die Klasse halten. Wenn es in den Klubs mit der Nachwuchsarbeit so weitergeht, werden wir wieder eine Fahrstuhlmannschaft und landen in der B-Gruppe.

Ihr Vertrag läuft im Sommer aus. Wann verlängern Sie?

Ich werde Gespräche mit dem Vorstand führen. Dann werden wir sehen, ob wir auf einen gemeinsamen Nenner für zwei weitere Jahre kommmen.

Spüren Sie durch die Doppelbelastung als Klub- und Bundestrainer Verschleißerscheinungen?

Nein, ich bin frisch wie am ersten Tag.

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