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Bundesverfassungsgericht verhandelt über Benetton-"Schockwerbung"

dpa KARLSRUHE. Vor dem Bundesverfassungsgericht hat am Mittwoch die mündliche Verhandlung über die so genannte Schockwerbung des Bekleidungskonzerns Benetton begonnen. Der Verlag Gruner+Jahr wendet sich mit einer Verfassungsbeschwerde gegen ein Urteil des Bundesgerichtshofs, der ihm den Abdruck von Benetton-Werbeanzeigen mit bestimmten, Aufsehen erregenden Motiven in seinen Zeitschriften untersagt hatte. Gruner+Jahr sieht darin eine Verletzung der Meinungs- und Pressefreiheit.

Der BGH hatte 1995 Zeitungsanzeigen als wettbewerbswidrig eingestuft, die eine ölverschmutzte Ente, ein menschliches Gesäß mit dem Stempelaufdruck "H.I.V.-Positive" sowie schwer arbeitende Kinder in der Dritten Welt gezeigt hatten. Dadurch würden die Mitleidsgefühle und der Schrecken der Verbraucher zu kommerziellen Zwecken ausgenutzt und - bei der H.I.V.Anzeige - die Menschenwürde Aids-Kranker verletzt. Ein Urteil wird frühestens in einigen Wochen erwartet.

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