Bundesverkehrsministerium führt Endverhandlungen
Lkw-Maut: Daimler und Telekom erhalten Zuschlag

Das Lkw-Mautsystem für deutsche Autobahnen wird voraussichtlich von der Deutschen Telekom und Daimler-Chrysler gebaut und betrieben. Nachdem das Bundesverkehrsministerium das Konsortium der beiden Konzerne als bevorzugten Bieter eingesetzt hat, stehen die Chancen des Konkurrenten Ages schlecht, doch noch den Zuschlag zu erhalten. Hinter Ages steht unter anderem der britische Mobilfunkkonzern Vodafone.

dri BERLIN. Bei dem Auftrag im Wert von schätzungsweise 6 bis 7 Mrd. Euro geht es um den Bau und Betrieb eines satellitengestützten Mautsystems, mit dem sich jede Lkw-Fahrt auf den Autobahnen kilometergenau abrechnen lässt. Verbunden werden dabei die Technik des Global Positioning Systems mit Mobilfunktechnik. Finanziert wird der Aufbau, der schätzungsweise 1 Mrd. Euro kostet, von dem ETC-Konsortium, an dem die Telekom und Daimler je 45 %, der französische Autobahnbetreiber Cofiroute 10 % hält. Jedes Jahr soll ETC nach früheren Angaben von DaimlerChrysler 600 bis 700 Mill. Euro erhalten. Die Telekom erhofft sich nach Angaben eines Sprechers zusätzlich zur Abrechnung der Maut die Erschließung eines neuen Geschäfts: Da jeder Lkw ohnehin für die Maut geortet wird, könne man diese Informationen zusätzlich für weitere IT-Dienste und das Flottenmanagement nutzen, so die Telekom.

Für die Telekom ist der Auftrag auch deshalb eine gute Nachricht, weil sie vergangene Woche nicht in die letzte Runde bei der Vergabe eines Bundeswehrauftrags mit einem Volumen von 6,5 Mrd. Euro gekommen war. Bei diesem Auftrag liegt ein Konsortium um den IT-Dienstleister CSC Ploenske vorne.

Verkehrsminister Kurt Bodewig (SPD) hatte im Dezember die durchschnittliche Maut-Höhe für Lkw ab 12 Tonnen auf 15 Cents pro Kilometer auf Autobahnen festgelegt. Auf dieser Basis wird mit Mauteinnahmen von 3,37 Mrd. Euro jährlich gerechnet. Das Geld, aus dem auch die Kosten des Systems bezahlt werden, ist für Straßen- und Schienenbauprojekte vorgesehen.

Widerstand gegen die Maut-Pläne droht von den Spediteuren. Ihnen will Bodewig jährlich 300 Mill. Euro Steuerentlastungen als Ausgleich für die Maut-Kosten zukommen lassen. Dies sei viel zu wenig, heißt es beim Bundesverband. Er droht mit einem Boykott, wenn die zusätzlichen Kosten für die Not leidende Branche nicht über niedrigere Kfz- und Mineralölsteuern aufgefangen werde.

Der Aufbau des Maut-Systems hat sich gegenüber den ursprünglichen Plänen, die einen Start Anfang Januar 2003 vorsahen, auf das Frühjahr verzögert. Denn Ages hatte sich im Dezember erfolgreich in das Verfahren zurück geklagt. Die Zweitplatzierung von Ages begründete das Ministerium allerdings mit einem nachvollziehbaren Argument: dem Preis.

Quelle: Handelsblatt

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