Bundesverteidigungsministerium muss nun über Konsequenzen beraten
Rückschlag für deutsche Rüstungsindustrie

Die angestrebte stärkere europäische Rüstungskooperation hat erneut zwei Rückschläge erlitten. Nach Informationen des Handelsblatts ist Italien aus der mit Deutschland und Frankreich vereinbarten gemeinsamen Entwicklung des Lenkflugkörpers "Polyphem" ausgestiegen. Großbritannien wiederum will aus dem gemeinsam mit Deutschland und den Niederlanden geplanten Projekt des Gepanzerten Transport-Fahrzeugs (GTK) ausscheren. Dies haben beide Länder der Bundesregierung mitgeteilt.

BERLIN. Das Bundesverteidigungsministerium muss nun über die Konsequenzen beraten. Denn ohne neue Partner müsste Deutschland bei dem vor allem als Bewaffnung für die neue Marine-Korvette vorgesehenen "Polyphem"-Lenkflugkörper einen höheren Anteil an den Entwicklungskosten übernehmen.

Das Ende von "Polyphem" wäre ein herber Rückschlag. Ein aktueller Bericht des Verteidigungsministeriums zur deutschen Rüstungsindustrie, der dem Handelsblatt vorliegt, beschreibt das Segment der Lenkflugkörper als besonders zukunftsträchtig und exportfähig.

Für die europäische Industrie sind Kooperationen das wichtigste Instrument, um gegen die starke US-Konkurrenz bestehen zu können. Der europäische Markt ist zersplittert. Weil ein einheitlicher Rechtsrahmen fehlt, kommt es auch selten zu Fusionen unter europäischen Rüstungsfirmen. Auf nationaler Ebene können die Unternehmen immer seltener aus eigener Kraft die Entwicklungskosten tragen.

Beim Radpanzer GTK ist es daher fraglich, ob die Systemführer Krauss Maffei Wegmann und Rheinmetall angesichts der nun von 600 auf 400 Fahrzeuge sinkenden Bestellzahl den Stückpreis halten können. Bundesverteidigungsminister Peter Struck dürfte deshalb bei einem Treffen mit seinem britischen Kollegen Hoon Ende Juni doch noch auf eine Bestellung des Transport-Fahrzeuges drängen.

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