Bundeswehr: Probleme bei Verlegung nach Kabul

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Bundeswehr: Probleme bei Verlegung nach Kabul

Die Bundeswehr kämpft weiterhin mit Problemen bei der Verlegung von Soldaten und Militärgerät nach Kabul. Der Großteil der Deutschen des ersten Vorauskommandos für die internationale Schutztruppe war entgegen ursprünglichen Angaben am Sonntag noch gar nicht in Afghanistan.

dpa BERLIN. Zudem hat die Luftwaffe noch keinen Stützpunkt in der Nähe des Landes für die Versorgung der deutschen Soldaten gefunden. Derzeit wird mit Usbekistan verhandelt. Am Montag soll der zweite Teil des deutschen Voraustrupps von Köln aus starten. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin sagte, neben den Witterungsbedingungen lägen die Hauptschwierigkeiten in den begrenzten Landemöglichkeiten in Kabul. Weil die niederländischen Transportmaschinen in Iran standen und vereist waren, konnten 40 der 70 deutschen Soldaten des ersten Voraustrupps noch nicht von Trabzon in der Türkei nach Kabul gebracht werden. Dies ist nun für Montag geplant. Die anderen 30 Mann werden am Montag mit ihren niederländischen Kollegen Patrouillen in Kabul aufnehmen.

Der CDU-Verteidigungsexperte Volker Rühe vermutete im Nachrichtensender n-tv dagegen Planungsfehler. Man könne nicht alles aufs Wetter schieben. Das Ministerium teilte mit, der 40 Kilometer von Kabul entfernte Flughafen Bagram sei wegen einer Beschädigung der Landebahn vorübergehend geschlossen worden und der internationale Flughafen am Rande Kabuls noch nicht geöffnet.

Der Sprecher sagte, das militärische Gerät könne mit der großen Transportmaschine Antonov 124 nur nach Bagram gebracht werden. Die Entladung einer Maschine dauere Stunden. So lange sei keine andere Landung möglich. Wegen der Gefahr eines Angriffs von Taliban- Terroristen werde der Flughafen nur im Schutz der Dunkelheit angesteuert. Er betonte, der Flughafen sei Anlaufstelle aller Nationen der Schutztruppe sowie der USA - die Afghanistan weiterhin bombardieren.

Zur Zahl der Soldaten, die am Montag von Köln/Wahn nach Kabul abfliegen sollen, ihrer Route und geplanten Ankunft wollte der Ministeriumssprecher nichts sagen. Sie würden im Laufe der Woche in Kabul ankommen. Dem multinationalen Vorauskommando gehören insgesamt 230 deutsche Soldaten, 30 Niederländer, acht Dänen und zwei Österreicher an. Die Hauptkräfte sollen Anfang Februar nach Kabul kommen. Von der rund 4500 Mann starten Schutztruppe wird Deutschland zwischen 800 und 1 000 Soldaten stellen.

Das Nachrichtenmagazin "Focus" berichtete, weder Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) noch Außenminister Joschka Fischer (Grüne) hätten die usbekische Regierung bisher bewegen können, den Flughafen Samarkand für den Umschlag deutscher Versorgungsgüter zu öffnen. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums ist der Stand der Verhandlungen "noch nicht so weit, dass darüber öffentlich geredet werden kann".

Der Sprecher versicherte, dass die Folgeversorgung der deutschen Soldaten nicht gefährdet sei. "Wir werden Wege und Mittel finden, unsere Soldaten zu versorgen." Scharping hatte erklärt, die Versorgung des ersten Trupps sei zunächst für 14 Tage gesichert.

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