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Bundeswehr stellt zweites Aufbauteam in Afghanistan

Die Bundeswehr wird zunächst im Alleingang ein zweites Wiederaufbau-Team nach Afghanistan schicken, nachdem die Suche nach anderen teilnahmewilligen Nationen erfolglos geblieben ist.

dpa BERLIN. Die Bundeswehr wird zunächst im Alleingang ein zweites Wiederaufbau-Team nach Afghanistan schicken, nachdem die Suche nach anderen teilnahmewilligen Nationen erfolglos geblieben ist.

"Wir machen das zunächst alleine und hoffen, dass andere Staaten sich später noch mit anderen kleineren Kontingenten beteiligen", sagte Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) der "Leipziger Volkszeitung" vom Dienstag.

Bereits im September - also vor den für 9. Oktober geplanten Präsidentenwahlen - sollen rund 85 Bundeswehrsoldaten in Feisabad im Norden des Landes stationiert sein, sagte die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Kerstin Müller (Grüne), am Dienstag vor Journalisten in Berlin.

Im Gegensatz zu den in der Stadt Kundus bereits stationierten 270 Soldaten wird die Einheit in Feisabad aber keine von der deutschen Regierung geförderten zivilen Hilfsprojekte schützen. Das Entwicklungsministerium lehnt die Entsendung ziviler Helfer bisher aus Geldmangel ab. "Wir halten ein integriertes Konzept von militärischer Sicherheit und ziviler Hilfe nach wie vor für sinnvoll", sagte Müller. "Es wäre schön, wir könnte das auch für Feisabad hinbekommen." Sie wollte nicht darüber spekulieren, ob deutsche Zivilprojekte noch zustande kämen: "Die Gespräche laufen. Wir würden es befürworten."

Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) hatte früher gesagt, sie sei "gerne bereit, neue Mitarbeiter nach Feisabad zu schicken": "Ich habe dafür aber keine Haushaltsmittel." Müller sagte, es gebe in Feisabad eine Reihe anderer Zivilprogramme, die von der Bundeswehr geschützt werden könnten: "Es ist nicht so, dass die Soldaten sich nur selbst schützen würden."

In Feisabad befinden sich nach Angaben eines Sprechers des Verteidigungsministeriums derzeit bereits 20 Soldaten eines Vorauskommandos. Im September werde die Einheit auf 80 bis 85 Soldaten verstärkt. Während der Wahl sollen zusätzlich rund 60 deutsche Soldaten nach Feisabad geschickt werden. Insgesamt sind derzeit knapp 2000 deutsche Soldaten in Afghanistan. Maximal 2250 dürfen es laut Beschluss des Bundestages sein.

Müller sagte nach einer mehrtägigen Afghanistanreise, sie sehe "keine ernsthafte Gefährdung" der Präsidentenwahl. Auch wenn es mit Sicherheit bei der Wählerregistrierung Unregelmäßigkeiten gegeben habe, so zeige der hohe Registrierungsgrad doch "den starken Wunsch nach Fortsetzung des eingeschlagenen Weges und nach Demokratisierung". Allerdings gelte angesichts der stockenden Demobilisierung der Waffenträger und des starken Drogenanbaus: "Da ist noch viel zu tun."

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