Bundeswehrauftrag „Herkules“ bleibt interessant
T-Systems hält an allen Geschäftsbereichen fest

Der IT-Dienstleister T-Systems International wird im Rahmen der notwendigen Kostensenkungen und des Personalabbaus keine Geschäftsbereiche aufgeben oder verkaufen. "Wir haben keine Pläne, das Portfolio von T-Systems in irgendeiner Art zu beschneiden", sagte der für den Bereich IT-Services verantwortliche Geschäftsführer Karl-Heinz Streibich gestern in Frankfurt.

tnt FRANKFURT/M. Bislang verfolgt das Systemhaus der Deutschen Telekom AG die Strategie IT-Dienstleistungen mit Telekommunikationsleistungen zu verbinden. So zum Beispiel bei der Entwicklung und dem Betrieb eines Systems für die Erhebung einer Lastwagenmaut auf deutschen Autobahnen, das am 1. September nächsten Jahres in Betrieb gehen soll.

Doch nach der Antrittsrede des neuen Telekom-Chefs Kai-Uwe Ricke, der einräumte bei der Konzernsäule T-Systems "offen für Partnerschaften" zu sein , gab es Spekulationen über einen möglichen Verkauf von Teilen des IT-Geschäfts.

Laut der Geschäftsführung ist T-Systems ausschließlich auf der Suche nach Partnern, mit denen man im Ausland kooperieren könne. "Es ist allen Beteiligten klar, dass wir die Fähigkeit der notwendigen internationalen Präsenz nicht durch organisches Wachstum erreichen können", erläutert Streibich die Strategie. Andererseits hat die Deutsche Telekom wegen des notwendigen Schuldenabbaus derzeit nicht die finanziellen Mittel, eine große Übernahme im Ausland zu finanzieren.

Beim Ausbau der internationalen Präsenz gehe es deshalb "nicht darum, irgendwo einen großen Sack Geld auf den Tisch zu stellen", so Streibich, sondern um kreative Modelle für Partnerschaften. Als Beispiel nannte Streibich die Kooperation von T-Systems mit dem weltgrößten PC-Hersteller Dell, mit dem T-Systems für US-Kunden PC-Services anbieten wird.

Als weiße Flächen der internationalen Präsenz in Europa sieht die T-Systems-Geschäftsführung Großbritannien, Frankreich und Italien als dringlichste Aufgabe an. Für den italienischen Markt hat T-Systems nach Informationen aus Unternehmenskreisen bereits mit dem IT-Konzern Hewlett Packard Verhandlungen über eine mögliche Kooperation geführt.

Einem möglichen Rückzug aus regionalen Märkten erteilte die T-Systems-Geschäftsführung eine Absage: "Wir werden uns was die Netzaktivitäten betrifft nicht aus bestimmten geographischen Märkten zurückziehen", sagte der für den Bereich Telecommunications-Services zuständige Geschäftsführer Jan Geldmacher. Für den IT-Bereich gelte jedoch, dass "man nicht alles in jedem Land selbst machen kann", bestonte Streibich. Doch statt eines Rückzugs aus bestimmten Regionen soll die Internationalisierung in den kommenden Monaten stärker vorangetrieben werden.

Zu einer möglichen Beteiligung von T-Systems an dem Bundeswehrauftrag "Herkules" sagte Streibich: "Wir sind mit Siemens und IBM in einem Konsortium, dass nach CSC-Ploenzke, Mobilcom und EADS an zweiter Stelle steht. In diesem Konsortium bleiben wir." Auch nach den Turbulenzen um den Telekom-Anbieter Mobilcom werde man nicht "die Fronten wechseln". Noch sei über die Auftragsvergabe nicht entschieden und deshalb lohne es sich, weiterhin "bereit zu stehen".

Quelle: Handelsblatt

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