Bundesweit einmaliges Seminar zum Umgang mit Finanzinformationen
Orientierung im Info-Dschungel

Auch in flauen Börsenzeiten müssen sich die Anleger einer wahren Informationsflut erwehren. Über 30 Fachmagazine und mehr als 600 Internet-Börsendienste bestürmen den Aktionär mit Tipps und Strategien. Orientierung im Infodschungel bietet ein Seminar der Hamburger Börse: "Info Overkill - so retten Sie sich und Ihr Geld aus der Informationsflut".

ap HAMBURG. Die bisher überaus erfolgreichen Veranstaltung lehrt vor allem eines: «Der Anleger braucht viel weniger Informationen als er glaubt, wesentlich wichtiger ist der richtige Umgang mit relevanten Nachrichten», sagt Seminarleiter Claus Isert. Rund ein Dutzend Anleger - vom Einsteiger bis zum erfahrenen Feierabendaktionär - haben sich zur vierten Auflage der Veranstaltung in der Hamburger Börse versammelt und 65 DM für die dreistündige Veranstaltung gezahlt.

Wer einen Hinweis auf das perfekte Infoangebot erhofft, wird umgehend enttäuscht. "Heiße Tipps sind heiße Luft", sagt Isert. "Sie müssen zunächst Ihr persönliches Anlagekonzept kennen, nur so lässt sich die richtige Informationsauswahl treffen. Die Frage muss lauten: Was will ich und warum?" Dann zeigt der Börsenexperte, wie trügerisch das blinde Vertrauen in Anlegerinformationen sein kann und verteilt Artikel aus Fachpublikationen. Mal fehlen wichtige Daten zur wirtschaftlichen Situation eines Unternehmens, hochtrabende Geschäftserwartungen erweisen sich bei genauem Hinsehen als zweifelhaft, und nicht selten entpuppt sich das Analysten-Kauderwelsch als Banalität. "Lesen Sie Firmennachrichten sehr genau und rechnen Sie nach", rät Isert.

Besonders gefährlich sind nach der Erfahrung des Experten die unzähligen Seiten im Internet, in denen Anleger Strategien und heiße Tipps diskutieren. "Hier blüht der Börsen-Analphabetismus, und das wird gerne zur Manipulation genutzt", sagt Isert. Immer wieder würden so genannte Pusher bestimmte Aktien hochjubeln - zum eigenen Vorteil und zum Schaden derer, die darauf hereinfielen. "Wirklich gute Informationen im Internet gibt es inzwischen nur noch gegen Bezahlung", weiß Isert.

Tageszeitung und Videotext reichen

Dann erläutert der Experte: Es reiche eine Grundausstattung aus einem Fachbuch, in dem die wichtigsten Börsenbegriffe erläutert seien, einer Zeitung und dem Videotext zur Kursinformation. "Und nerven Sie den Anlageberater bei Ihrer Bank. Die Kapazitäten zur Kundeninformation werden nämlich von den wenigsten Anlegern wirklich genutzt", sagt Isert. Die weit verbreitete Mentalität "meine Bank wird's schon richten" sei falsch. "Informationen sind eine Holschuld", betont der Experte. Nach drei Stunden und vielen Aha-Erlebnissen hat jeder Teilnehmer etwas gelernt - manche haben sogar Geld gespart. Und eine neugierige Dame freut sich bereits auf den Besuch bei ihrer Bank: "Mal sehen, was die zu bieten haben."

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