Bunte Modemesse präsentiert erstmals Damen- und Herrenmode
Düsseldorfer CPD startet bei tristem Konsumklima

Die bunte und exzentrische Modewelt verliert zunehmend an Glanz. Negativmeldungen aus der Branche der Designer und Schneider kratzen seit Monaten am Image der Glamourbranche. Jetzt soll die am Wochenende beginnende Messe CPD der Bekleidungsindustrie neue Impulse geben. Die weltweit größte Modemesse präsentiert drei Tage lang die neuen Frühjahrskollektionen für Frauen - und erstmals auch für Männer.

DÜSSELDORF. Igedo Company, Veranstalter der Collections Premieren Düsseldorf (CPD), hatte Anfang des Jahres die Kölner Herren-Mode-Woche in die NRW-Landeshauptstadt geholt. Igedo rechnet mit rund 2000 Ausstellern. "Wir sind dieses Mal internationaler und attraktiver", wirbt Manfred Kronen, Geschäftsführer von Igedo. Für den Fachbesucher lohne sich daher auch eine längere Anreise.

Die Modebranche hat einen Nachfrageschub dringend nötig. Kronen, seit 1970 Igedo-Chef, spricht von einem der wirtschaftlich schwächsten Jahre in seiner Laufbahn. Fast wöchentlich gibt es neue Meldungen über Umsatzeinbußen und Firmeninsolvenzen aus der Bekleidungsbranche. Mitte dieser Woche hatte die erfolgverwöhnte Hugo Boss AG den Absturz ihres Gewinns gemeldet, kurz zuvor gab das Modeunternehmen Tommy Hilfiger einen satten Verlust bekannt.

Deutsche Verbraucher entwickeln sich immer mehr zum Modemuffel. Der Einzelhandel klagt darüber, dass seine Läden leer bleiben und auch großzügige Rabatte nicht helfen, um die Läger zu räumen. 5,4 % weniger Umsatz hat der Einzelhandel im ersten Halbjahr mit Bekleidung und Schuhen gemacht, meldet das Statistische Bundesamt. Der Branchenverband des Textileinzelhandels (BTE) geht davon aus, dass seine Händler von Januar bis Mai 1,25 Mrd. Euro weniger in den Kassen hatten.

Händler wie Hersteller erhoffen sich vom kommenden Halbjahr eine Normalisierung der Nachfrage. Die Branche will das Herbstgeschäft mit Ethno- und Romantik-Trends ankurbeln, viele Designer beleben den Lagen-Look wieder und bringen Accessoires vom Fransen-Gürtel bis zur muschelbesetzten Tasche auf den Markt. Statistiker melden bereits eine leichte Erholung: Der Juni-Umsatz des Textileinzelhandels lag knapp auf Vorjahresniveau.

Textil-Preise werden kaum steigen

Die Zurückhaltung der Verbraucher kann allerdings nicht an überhöhten Preisen für Hose, Rock oder T-Shirt liegen. Seit 1995 sind die Preise für Bekleidung und Schuhe lediglich um 2,7 % gestiegen. Zum Vergleich: Alkohol und Tabak wurden im selben Zeitraum 9 % teurer, die Wohnungsmiete stieg sogar um 14 %. Experten gehen davon aus, dass die Preise für Textilien auch in Zukunft nur sehr langsam steigen, vielerorts sogar sinken werden.

Die Branche leidet unter einem Überangebot an Verkaufsflächen und Anbietern. So befindet sich die bunte Modewelt bereits seit Jahren im Wandel. Erfolgreiche Hersteller bringen längst schon nicht mehr nur zweimal im Jahr neue Ware in die Läden. Insbesondere die vertikalen Anbieter - die den Warenfluss von der Produktion bis zum Verkauf kontrollieren - geben das Tempo vor. Die schwedische Kette H & M benötigt von der Idee bis zur Präsentation im Laden vier bis fünf Wochen, bei der spanischen Marke Zara ist es ebenfalls nur ein Monat. Wettbewerber wie Esprit, Mango oder Benetton versuchen, an diese Werte heranzukommen.

Durch die effiziente Logistik sind die großen Anbieter flexibel und können auch kurzfristig auf Trends reagieren. Anders bei den traditionellen Häusern: Sie geraten in Zugzwang. Das wirkt sich selbst auf den Luxusbereich aus. Die Textilgruppe Steilmann machte im vergangenen Jahr beispielsweise 13 % weniger Umsatz, die Jil Sander AG schrieb einen zweistelligen Millionenverlust. Ihr Mehrheitseigner Prada hatte erst im Juni zum dritten Mal den geplanten Börsengang verschoben.

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