Burda als neuer Partner im Gespräch
Bauer verliert Playboy-Lizenz

Seit 1972 befand sich die deutsche Print-Lizenz des Playboy in den Händen der Bauer Verlagsgruppe. Doch am 31. Dezember 2002 trennen sich die Wege von Bauer und dem US-Medienkonzern Playboy Enterprises.

DÜSSELDORF. Die deutschen Playboy-Fans können beruhigt werden. Wie aus es Unternehmerkreisen heißt, gibt es bereits mehrere potenzielle Abnehmer für die Deutschlandlizenz der Print-Ausgabe. Nach Angaben des Kress-Reports soll die Burda Verlagsgruppe, die derzeit bereits über Tomorrow-Focus die Rechte am Online-Auftritt besitzt, auch den Zuschlag für die Print-Ausgabe erhalten. Offiziell heißt es jedoch bei Burda dazu nur, man sei in Gesprächen.

"Wir werden definitiv nicht mehr weiterverhandeln", sagte Bauer-Verlagsleiter Horst Müller. Die offizielle Begründung von Bauer zum Scheitern der Verhandlungen: "Die von Playboy Enterprises verlangte exklusive Bindung hätte für uns jede eigene Neuentwicklung in diesem Markt-Segment ausgeschlossen", so Bauer-Verlagssprecher Andreas Fritzenkötter. "Die verallgemeinerte Ausrichtung des Playboy war nicht mehr zeitgemäß. Zudem ist die Zielgruppe von Playboy veraltert", so Fritzenkötter. "Mit unseren wirtschaftlichen Zielen im Segment der Männerzeitschriften ist eine Konzentration allein auf den Playboy auf Dauer nicht mehr vereinbar", erklärt Fritzenkötter.

Auch die wirtschaftliche Entwicklung des deutschen Playboy sei unterschiedlich bewertet worden. In den vergangenen Monaten pendelten die Auflagen jeweils um 200.000 Stück. Derzeit liegt die Auflage nach IVW-Angaben bei 240.000 Stück. Im Dezember 1998 erreichte die "Kati Witt-Ausgabe" mit 340.000 verkauften Exemplaren die höchste Auflage.

Aus unternehmensnahen Kreisen hieß es jedoch, dass Playboy Enterprises generell alle Playboy-Aktivitäten unter einem Dach zusammenfassen wollen: Print, TV, Online und Merchandising - idealerweise in Form eines Joint-Ventures. So weit wollte oder konnte Bauer dem langjährigen Partner offenbar nicht entgegenkommen.

Die Bauer Verlagsgruppe will nun aus der Not eine Tugend machen und einen völlig neuen Männer- und Lifestyle-Titel auf den Markt bringen. "Wenn der Vertrag mit Playboy Enterprises abgelaufen ist, sind wir frei, mit den Entwicklungsarbeiten für den neuen Titel zu beginnen", sagte Müller. Nach seinen Angaben wird es in der alten Playboy-Redaktion keine Entlassungen geben.

Doch Müller macht keinen Hehl daraus, dass der Bruch mit Playboy nicht gerade die ideale Entwicklung für Bauer war. "Die Übergangszeit wird nicht leicht, aber wir werden das schon schaffen. Schließlich haben wir bisher das Heft annähernd komplett selbst gemacht."

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