Burger King legt gegen den Trend kräftig zu
Billiges Essen wird immer beliebter

Die Zeit des Zuckerschleckens für die Gastronomie-Ketten ist vorbei: Zum ersten Mal seit 20 Jahren sind die Umsätze zurückgegangen. Die Deutschen achten mehr denn je auf jeden Cent.

beu/jojo HAMBURG/MÜNCHEN. Immer billiger, immer schneller: In Deutschland sind günstige Speisen zum Mitnehmen so beliebt wie noch nie. Dies macht den 100 größten Gastronomiebetrieben hier zu Lande allerdings zu schaffen. Erstmals seit zwei Jahrzehnten kam es 2002 zu einem Umsatzrückgang. Nach Berechnungen der Fachzeitschrift "Food Service" gingen die Einnahmen um 0,9 % zurück, bei 2,4 % mehr Betriebsstätten.

So mussten knapp 60 der Top 100 niedrigere Umsätze hinnehmen als ein Jahr zuvor. Die übrigen Unternehmen konnten ein- bis zweistellige Wachstumsraten beim Umsatz erwirtschaften. Das Wachstum kommt aber hauptsächlich aus neu eröffneten Restaurants. Auf vergleichbarer Fläche relativiert sich auch hier das Bild. Deutschland führende 100 Gastronomen stehen für rund 8 Mrd. Euro Nettoumsatz, der in über 12 000 Betrieben erwirtschaftet wird.

Erstmals entfällt über die Hälfte der Einnahmen auf die Kategorie "Fast Food" oder Schnellimbiss. 30 Ketten mit 9 000 Niederlassungen, darunter 300 Neueröffnungen, fahren 50,8 % der Gastronomieumsätze ein. Der Fast-Food-Bereich mit kleinen, günstigen Sortimenten wuchs im vergangenen Jahr immerhin um 1,7 %. Für die Branche ist das freilich vergleichsweise wenig, denn 2001 gab es noch ein Plus von 4,4 %.

Auf der Verliererseite stehen die 19 Ketten, die Vollrestaurants betreiben. Darunter sind viele inhabergeführte mittelständische Betriebe, die sich auf deutsche Küche konzentrieren. Sie büßten gegenüber dem Vorjahr 6 % Umsatz ein. Schlecht lief es auch in der Handelsgastronomie (Metro, Karstadt) mit einem Umsatzrückgang um 5,2 % und der Verkehrsgastronomie (LSG, Tank und Rast, DB Reise) mit minus 2,9 %.

Vergleichsweise gut geht es nach wie vor den großen Hamburger-Ketten. So kletterten die Einnahmen bei Burger King im vergangenen Jahr um 15 % auf 456 Mill. Euro. "2002 haben wir es geschafft, einen der prozentual höchsten Umsatzanstiege der Branche zu verzeichnen", freut sich Pascal Le Pellec, Geschäftsführer von Burger King Deutschland. Seit 1997 sei der Umsatz damit verdreifacht worden. Ein großer Teil des Wachstums beruht auf neu eröffneten Lokalen. Das US-Unternehmen hat vergangenes Jahr 56 Ableger hier zu Lande eröffnet und betreibt nun 368 Betriebe. 50 weitere Restaurants sollen in diesem Jahr folgen. Besonders erfolgreich ist Burger King nach eigenen Angaben mit seinen Billig-Produkten für 99 Cent.

Marktführer McDonald?s kann mit dem Wachstum des Herausforderers nicht mithalten. Die Amerikaner konnten ihren Umsatz in Deutschland lediglich um knapp 1 % auf etwa 2,28 Mrd. Euro steigern. Wachstumsbringer waren auch hier die 69 neu eröffneten Lokale. Ohne die zusätzlichen Filialen wäre der Umsatz zurück gegangen. Details wollte Adriaan Hendrikx, stellvertretender Vorstandsvorsitzender von McDonald?s Deutschland, gestern aber nicht nennen. "Die Bilanz ist sicher nicht durchweg rosig", sagte Hendrikx, "wir konnten nicht ganz an die hervorragenden Ergebnisse der vergangenen Jahre anknüpfen." McDonald?s sei in Deutschland aber weiter profitabel. Die amerikanische Mutter war zuletzt in die roten Zahlen gerutscht.

Obwohl das gelbe "M" jetzt in 1 211 Restaurants zwischen Küste und Alpen leuchtet, expandiert McDonald?s weiter. Im laufenden Jahr sollen nochmals 50 bis 60 neue Lokale entstehen, kündigte Hendrikx an. McDonald?s wolle verstärkt kleinere Ableger in Bahnhöfen und auf Flughäfen einrichten.

Verändern wird sich allerdings die Inneneinrichtung. Künftig gibt es vier neue Stilrichtungen, die bereits in Restaurants in München getestet wurden. Zudem soll die Speisekarte frischer werden: "Wir werden mehr Salate anbieten", betonte gestern Einkaufschef Michael Gerling.

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