Busattentat tötet 9 israelische Zivilisten und Soldaten, 14 weitere wurden verletzt
Busfahrer tötete neun Israelis

Der palästinensische Attentäter lenkte seinen Bus absichtlich in eine Gruppe von wartenden Passanten. Der Busfahrer wurde auf seiner Flucht von Sicherheitskräften verfolgt und schwer verletzt.

afp JERUSALEM. Bei einem Anschlag südlich von Tel Aviv hat ein palästinensischer Busfahrer am Mittwochmorgen mindestens neun Israeli getötet und 14 weitere verletzt. Der Attentäter lenkte seinen Bus nach Angaben des israelischen Polizeichefs Schlomo Aharonischki absichtlich in eine Gruppe von 25 isrealischen Zivilisten und Soldaten. Der Anschlag wurde den Angaben zufolge in der Ortschaft Hasor bei Holon verübt, etwa 20 Kilometer südlich von Tel Aviv. Der Attentäter flüchtete mit seinem Bus, wurde aber von den Sicherheitskräften verfolgt und von Kugeln schwer getroffen. Auf der Flucht sei der Bus mit einem Lastwagen zusammengeprallt, sagte Aharonischki. Der neu gewählte israelische Ministerpräsident Ariel Scharon sprach von einem "sehr schweren Attentant", wie das öffentlich-rechtliche Fernsehen berichtete. Der israelische Kommunikationsminister Benjamin Ben Eliser forderte die "hermetische" Abriegelung der Autonomiegebiete.

"Dieser sehr schwere Anschlag zeigt einmal mehr, dass die Palästinenser keinen Unterschied zwischen Israel und der Siedlung Nezarim machen", sagte Scharon unter Verweis auf die Siedlung im Gazastreifen, die in den vergangenen viereinhalb Monaten immer wieder Schauplatz blutiger Auseinandersetzungen zwischen Palästinensern und israelischen Soldaten war. Elieser sagte nach dem Attentant im Fernsehen, die palästiensischen Gebiete müssten hermetisch abgeriegelt werden, "auch für Monate, solange die Kugeln fliegen". "Sie wollen Blut und wir können das nicht akzeptieren", sagte er.

"Der Fahrer ist im Führerhaus des Busses eingeklemmt", sagte der Polizeichef des Bezirks Tel Aviv, Jossi Setbon, dem staatlichen israelischen Rundfunk. Es sei ein 35-jähriger Palästinenser aus dem Gazastreifen, der seit Jahren Bustouren zwischen Israel und dem Gazastreifen übernommen habe. "Es gab zahlreiche Leichen", sagte eine Augenzeugin, die sich am Ort des Anschlags aufgehalten hatte. "Überall war Blut, die meisten Opfer waren Soldaten." Ein Sprecher der Busgesellschaft Egged sagte, der Fahrer sei seit Januar 1996 Angestellter des Unternehmens. Die Polizei-Feuerwehr stellte fest, dass sich in dem Bus kein Sprengstoff befand.

Im Westjordanland wurde Augenzeugen zufolge am Mittwochmorgen ein Mitglied der palästinensischen Sicherheitskräfte von Israeli getötet. Krankenhausangaben zufolge befand er sich in seinem Wagen zwischen Tulkarem und Pablus. Der 25-Jährige sei im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen.

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