Busemann: «Das ist der Wahnsinn»
Dvorak schafft Titel-Hattrick im Zehnkampf

Mit dem drittbesten Zehnkampf aller Zeiten hat sich Tomas Dvorak zum dritten Mal in Folge zum «König der Athleten» gekrönt. «Das ist der Wahnsinn. Er ist ein großer Sportler», brachte der verletzt zuschauende Frank Busemann seine Bewunderung für den 29 Jahre alten Tschechen zum Ausdruck.

dpa EDMONTON. 8 902 Punkte sammelte Dvorak bei seinem Titel-Hattrick und verwies damit Olympiasieger Erki Nool aus Estland (8 815) auf Rang zwei. «Ich bin zurück an der Spitze und will es auch bleiben», freute sich der Sportsoldat aus Prag über seinen WM-Coup. Stefan Schmid aus Karlstadt, nach dem Ausscheiden von Neuling Sebastian Knabe einziger Deutscher im Teilnehmerfeld, wurde mit 8 307 Zählern Siebter.

Frank Busemann zeigte sich vom triumphalen Comeback Dvoraks überrascht. «Unglaublich, wo er das immer wieder herholt. Das hätte ich ihm nicht zugetraut», meinte der in Edmonton als Co-Kommentator für die ARD fungierende Olympia-Zweite von 1996. Denn sportlich lief es bei dem Tschechen in den vergangenen zwölf Monaten überhaupt nicht. Der Vater von Zwillingen hatte eine Medaille bei den Olympischen Spielen in Sydney als Sechster klar verpasst. Ende Mai musste er in Götzis miterleben, wie sein Landsmann Roman Sebrle als erster Athlet die Schallmauer von 9 000 Punkten durchbrach.

«Dies hätte ich in Edmonton auch gern geschafft», gestand der Weltmeister. Doch am Ende fehlten wie schon vor zwei Jahren in Prag (8 994) und im Vorjahr in Götzis (8 900) wenige Punkte. Sebrle, der im WM-Finale durch eine Verletzung in der Leistengegend gehandicapt war und als Zehnter keine Rolle spielte, traut Dvorak den Gipfelsturm aber zu. «Er wird der nächste sein, der diese Marke knackt», hatte er nach seinem Weltrekord von 9 026 Zählern prophezeit.

Das Duo aus Prag ergänzte sich auch in den zwei Tagen von Edmonton wieder prächtig und forderte damit das Lob von Stefan Schmid heraus. «Die beiden sind die Lichtgestalten im Zehnkampf. Nicht nur wegen der Leistungen, sondern auch vom Auftreten her. Toll, wie sie sich gegenseitig inspirieren.» Mit seinem eigenen Auftritt war der 31-Jährige nach einem durchwachsenen Beginn am Ende zufrieden. «Es war ein hervorragender Wettkampf mit einigen Schwächen, die es auszumerzen gilt. Das Endergebnis ist sehr gut», bilanzierte er. Vor allem über die «lang ersehnte Bestleistung» von 5,10 m im Stabhochsprung freute sich der Bayer.

Sebastian Knabe musste dagegen mit dem Aus im Hürdenlauf bei seinem WM-Debüt Lehrgeld zahlen. «Ich bin an der dritten Hürde stehen geblieben, nachdem ich zwei Kontakte mit meinen Nachbarn hatte», beschrieb der 22-jährige Hallenser die zum vorzeitigen Ausscheiden führende Szene. «Danach war es schwer, mich wieder aufzurappeln.» Zwar setzte er den Wettkampf zunächst fort, doch zum 1500-m-Lauf trat Knabe nicht mehr an: «Da hat mir der Mut gefehlt, mich zu quälen.»

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%