Busfahrer drohen mit erneutem Streik
Reiseveranstalter setzen Balearen-Regierung unter Druck

Nach dem Streik-Chaos auf Mallorca, Ibiza und Menorca hat die Reisebranche die Regierung der autonomen spanischen Region der Balearen unter Druck gesetzt.

dpa PALMA DE MALLORCA. Nach Berichten der spanischen Lokalpresse vom Montag forderten die großen europäischen Reiseveranstalter die rotgrüne Regierung in Palma de Mallorca ultimativ auf, für eine Beilegung des Tarifkonflikts zwischen den Busfirmen und den Fahrern zu sorgen. Auf den Flughäfen der Ferieninseln beruhigte sich die Lage am Montag weitgehend. Die Busfahrer beendeten ihren Streik in der Nacht zum Montag und beförderten die Urlauber wieder.

Wenn eine Einigung im Tarifstreit nicht in den nächsten Tagen gelänge, wollten die Reiseveranstalter Tausende von Mallorca- Reservierungen für die Monate Juli und August streichen. Das berichteten die Zeitungen "Ultima Hora" und "Diari de Balears" am Montag unter Berufung auf den Präsidenten des balearischen Fremdenverkehrsverbandes, Miquel Vicens.

Die Unternehmen verlangten danach von der Regierung eine Zusicherung, dass sich ein Chaos wie am Wochenende nicht wiederhole. Von Freitag bis Sonntag hatten rund eine halbe Million Urlauber wegen des Busfahrer-Streiks stundenlange Wartezeiten auf Flughäfen und Taxi-Haltestellen in Kauf nehmen müssen. Die Busfahrer drohten aber damit, in zwei Wochen erneut die Arbeit niederzulegen, dann möglicherweise für unbefristete Zeit. Sie wollten auf einer Versammlung am Dienstag darüber entscheiden.

Auf Mallorca nahmen die Busfahrer genau um Mitternacht die Arbeit wieder auf, auf Menorca und Ibiza schon einige Stunden früher. Allerdings mussten noch mehrere Chartermaschinen abgefertigt werden, die eigentlich am Sonntag starten oder landen sollten. Die Verspätungen wurden nach Angaben der Flughafenbehörde ziemlich rasch abgebaut, da an einem Montag der normale Reiseverkehr auf Mallorca weniger intensiv ist als am Wochenende.

Der Reiseveranstalter TUI in Hannover konnte die Schäden des Streiks noch nicht absehen. Insgesamt seien mehr als 30 000 Urlauber von dem Arbeitskampf betroffen gewesen, sagte ein Sprecher. Ob die Reisenden wegen der Verspätungen, die sie in Kauf nehmen mussten, entschädigt werden, sei noch offen. Die TUI Group hatte den Balearen-Urlaubern ein Umbuchen an andere Ziele angeboten.

Inzwischen hat sich auch auf diversen deutschen Flughäfen die Lage für Mallorca-Urlauber normalisiert. Von Dresden, Leipzig/Halle und Erfurt starteten und landeten die Maschinen wieder pünktlich. Am Sonntag gab es noch Wartezeiten von bis zu 20 Stunden.

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