Bush begrüßt Festnahme des jugoslawischen Expräsidenten
Ermittler finden Waffenlager in Villa Milosevics

Bei einer ersten Durchsuchung der Villa des verhafteten jugoslawischen Expräsidenten Slobodan Milosevic haben die Ermittler ein umfangreiches Waffenlager gefunden.

ap BELGRAD. Polizisten entdeckten auf dem Anwesen in Belgrad, in dem sich Milosevic verschanzt hatte, unter anderem zwei Schützenpanzer, 30 automatische Schusswaffen, drei schwere Maschinengewehre und einen Granatwerfer, wie die jugoslawische Nachrichtenagentur Beta am Sonntagabend unter Berufung auf Polizeikreise meldete.

Außerdem wurden zwei Kisten mit Handgranaten, 23 Pistolen und große Mengen an Munition zu Tage gebracht. Milosevic, der sich in einer ersten Anhörung zu den Vorwürfen des Amtsmissbrauchs und der Korruption für unschuldig erklärte, war in der Nacht zum Sonntag verhaftet worden. Nach Widerstand und der Drohung, sich umzubringen, ließ der ehemalige Staatschef sich schließlich festnehmen. Dafür war nach Informationen aus Regierungskreisen die Zusage ausschlaggebend gewesen, ihn nicht an das Kriegsverbrechertribunal in Den Haag auszuliefern. Die jugoslawische Regierung versprach Milosevic einen fairen Prozess.

US-Präsident George W. Bush begrüßte die Festnahme als wichtigen Schritt, "die tragische Ära dieser brutalen Diktatur" zu beenden. Wie auch die Regierungen in Berlin, Rom und Paris forderte er Belgrad auf, Milosevic dem Haager Tribunal zu überstellen. Die USA hatten Jugoslawien bis Samstag eine Frist für die Festnahme gesetzt und Finanzhilfen von mindestens 50 Mill. US $ von einer Zusammenarbeit mit dem UN-Tribunal abhängig gemacht. Eine Entscheidung über die künftige finanzielle Unterstützung wurde am Montag erwartet.

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