Bush: Die USA sind weiter in Gefahr
Milzbrand verstärkt US-Befürchtungen

Ein weiterer Fall von Milzbrand hat am Freitag in den USA Befürchtungen vor einem Anschlag mit Biowaffen verstärkt. Bei einer Mitarbeiterin des US-Senders NBC in New York wurde Hautmilzbrand festgestellt. Das FBI erklärte, es gebe keinen Beweis für einen terroristischen Hintergrund.

Reuters WASHINGTON/KABUL. Am Donnerstag hatte die Behörde vor weiteren Anschlägen in den USA und auf US-Interessen im Ausland in den kommenden Tagen gewarnt. In der vergangenen Woche waren drei Milzbrandfälle im Bundesstaat Florida gemeldet wurden. US- Präsident George W. Bush sagte, die USA seien weiter in Gefahr. Zuvor hatte er erklärt, die Taliban könnten die US-Angriffe auf Afghanistan stoppen, wenn sie den moslemischen Extremisten Osama bin Laden und seiner Helfer auslieferten.

"Heute haben wir erfahren, dass eine unserer Angestellten am Rockefeller Center 30 positiv auf eine Hautmilzbrand-Infektion getestet wurde", erklärte NBC-Präsident Jack Lack. Die Frau sei nicht in Gefahr. Es handele sich nicht um denselben Form von Milzbrand, über den die Medien in den vergangenen Tagen berichtet hätten. Drei Mitarbeiter eines Medienhauses hatten sich Florida mit Lungenmilzbrand infiziert, nachdem in dem Unternehmen ein als verdächtig bezeichneter Brief eingegangen war. Eine Person starb. Der US-Sender CNN berichtete, die NBC-Mitarbeiterin sei offenbar dem Erreger ausgesetzt worden, als sie vor zehn Tagen ein verdächtiges Paket im Hauptquartier ihres Senders im Rockefeller-Center geöffnet habe. Milzbrand war in den USA zuletzt in den 70er Jahren aufgetreten.

Gesundheitsminister Tommy Thompson sagte, es gebe keinen Beweis für einen terroristischen Hintergrund. Auch das FBI teilte mit, es sehe keine Verbindung zu den Anschlägen vom 11. September in New York und Washington, bei denen vermutlich fast 5 400 Menschen ums Leben gekommen sind. Die Nachricht von dem weiteren Milzbrandfall löste an den Börsen in New York und in Frankfurt Kursrutsche aus.

Nach den Attentaten in den USA waren Befürchtungen laut geworden, weitere Anschläge könnten mit Biowaffen verübt werden. Für die Anschläge machen die USA Bin Laden und dessen Gruppe El Kaida verantwortlich. Das FBI hatte am Donnerstag mitgeteilt, es gebe bestimmte Informationen über mögliche neue Anschläge, machte aber keine Angaben zu Zielen.

Bush sagte am Freitag in Washington: "Unsere Nation ist immer noch in Gefahr, aber die Regierung tut alles in ihrer Macht stehende, um unsere Bürger zu schützen." Am Donnerstag hatte er gesagt, falls die Taliban Bin Laden auslieferten, würden die USA ihre Angriffe überdenken. "Sie haben immer noch eine zweite Chance", sagte Bush.

Am Freitag stoppten die USA die Angriffe auf zumindest einige Ziele. Stabschef Richard Myers sagte in Washington, da der Freitag für die Moslems ein heiliger Tag sei, würden bereits anvisierte unbewegliche Ziele nicht angegriffen. Er ließ jedoch offen, ob auch Angriffe auf bewegliche Ziele wie Fahrzeuge oder Konvois gestoppt würden. Das Verteidigungsministerium teilte mit, die Kampfflugzeuge würden für mindestens einen Tag keine Angriffe fliegen. In der Nacht hatten Augenzeugen von schweren Explosionen bei Kabul berichtet. Im Süden der Stadt wurde offenbar ein Munitionslager getroffen. Nach Darstellung der Taliban kamen bis Donnerstag rund 220 Menschen ums Leben.

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