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Bush fordert von China konstruktivere Politik

Nach der Freilassung der amerikanischen Luftwaffensoldaten aus chinesischer Internierung auf der Insel Hainan hat US-Präsident George W. Bush China nachdrücklich zu einer konstruktiveren Politik aufgefordert. "Chinas Entscheidung, die Rückkehr unserer Crew elf Tage lang zu verhindern, ist unvereinbar mit der Art von Beziehungen, die wir beide haben wollen", sagte Bush am Donnerstag in Washington.

dpa WASHINGTON. "Die Art von Zwischenfall, den wir gerade hinter uns haben, fördert kein konstruktives Verhältnis zwischen unseren beiden Ländern. Sowohl die USA als auch China müssten entschlossene Entscheidung für produktive Beziehungen treffen, die zu einer sichereren, wohlhabenderen und friedlicheren Welt beitragen."

Der Präsident bekräftigte den Standpunkt, dass die Aufklärungsmaschine und ihre Besatzung keine Schuld an der Kollision mit dem chinesischen Jet am 1. April trügen. Sie hätten sich im internationalen Luftraum befunden. Aufklärungsflüge seien Teil der nationalen Sicherheit und leisteten einen Beitrag zu internationaler Stabilität. Bei den nach Ostern geplanten Gesprächen mit den Chinesen über den Zwischenfall sollten die US-Teilnehmer "harte Fragen" nach dem chinesischen Verhalten stellen.

Bush sagte weitere Differenzen mit den Chinesen voraus und nannte die Menschenrechte, die Religionsfreiheit und asiatische Sicherheitsfragen als Beispiele. "Wir haben unterschiedliche Werte und doch gemeinsame Interessen in der Welt", wie den Handel. Die beiden Regierungen müssten in globalen Sicherheitsfragen zusammenarbeiten. Meinungsverschiedenheiten werde er stets "mit Respekt" austragen, versicherte Bush.

Der Präsident hieß die freigelassenen Luftwaffen-Soldaten ausdrücklich willkommen. Sie waren zuvor mit Jubel auf dem Luftwaffenstützpunkt Hickam auf Hawaii begrüßt worden. Der Chef der US-Pazifikflotte, Admiral Thomas Fargo, verlas einen Brief von US- Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, in dem der Pentagonchef die Heimkehrer als vorbildliche Repräsentanten der amerikanischen Ideale würdigte. Hunderte von Soldaten und Zivilangestellten klatschten Beifall.

Der Militärtransporter "Spirit of Bob Hope" hatte die Besatzung von Guam, der ersten Station der Heimreise, nach Hawaii gebracht. Nach Guam waren sie von der südchinesischen Insel Hainan mit einer Zivilmaschine geflogen. Die Crew des US-Aufklärungsflugzeugs soll auf Hawaii ausführlich zu dem Zwischenfall befragt werden. Am Samstag ist auf ihrer Heimatbasis in Whidbey, rund 80 Kilometer nördlich von Seattle (US- Bundesstaat Washington), eine große Party zu ihrer Begrüßung geplant.

Während der Internierung hatten amerikanische Diplomaten die Besatzung besuchen können, waren jedoch aus Furcht vor Abhörgeräten nicht speziell auf den Vorfall eingegangen. China ließ die Amerikaner am Donnerstagmorgen (Ortszeit) frei, nachdem die USA mehrfach ihr Bedauern über den Tod des Abfangjäger-Piloten zum Ausdruck brachten. Peking interpretierte dies als Entschuldigung für den Vorfall - eine Auslegung, die in Washington bestritten wird.

Über die Rückgabe des Aufklärungsflugzeuges, das beschädigt auf einem Flughafen von Hainan steht, soll ebenfalls nach Ostern verhandelt werden. China hat ein Ende der Aufklärungsflüge entlang seiner Küste gefordert. Das lehnen die USA ab. Ein Regierungsbeamter sagte in Washington nach Medienberichten, weitere Flüge mit einer Maschine gleichen Typs fänden bereits in der kommenden Woche statt.

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