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Bush freundliche Aktien gewinnen

In der US-Präsidentschaftswahl hat der Oberste Gerichtshof gestern gegen die Fortführung der Handzählungen entschieden. Sowohl das Bush- als auch das Gore-Lager halten es daher für schier unmöglich, dass Al Gore noch Chancen auf einen Sieg hat. Mitarbeiter der Gore Kampagne haben bereits angedeutet, dass der Vizepräsident seinen Verzicht auf den Posten bekannt geben werde.

Dem Dow Jones Index hilft die Vorfreude auf den neuen Präsidenten George W. Bush weiterhin auf die Sprünge. Aktien, die von seiner Präsidentschaft profitieren, steigen. Am Mittag kaufen Investoren besonders gerne Aktie aus den Sektoren Tabak, Öl und Pharmazie. Microsoft, Philip Morris und Pfizer notieren stärker.



Compaq gibt dem Technologiemarkt negativen Impuls. Der Nasdaq Index steht zur Stunde im Minus. Der Computerhersteller reihte sich nach Apple und Dell in die Serie von Gewinnwarnungen ein. Die Warnungen zeigen, das die PC-Konzerne unter Absatzproblemen leiden. Nachdem Walter Winnitzki vom Investmenthaus Chase H&Q Dell Computer heruntergestuft hat, fällt auch der Wert des größten Direktvertreibers von PCs in den Keller. Der Analyst meint, das besonders die Nachfrage kleinerer und mittelständischer Betriebe an Computern nachgelassen haben. Dieser Bereich machte einen Drittel des Geschäftes von Dell aus.



Übernahmegerüchte katapultieren die Aktie des Netzwerkausstatters Lucent weiter in die Höhe. Gestern geisterten noch Spekulationen über das Börsenparkett, Nokia sei an Lucent interessiert. Heute unterstützt Merrill Lynch das Gerücht. Das Analystenhaus hält den derzeitigen Kurs für einen guten Einsteigerpreis.



Cisco

, Oracle, Sun Microsystems und Veritas stehen auf der Nasdaq-Verliererliste. Bedenken, dass Sun Microsystems Serververkäufe nachlassen, bringen auch den Veritas Wert unter Druck. Sun Micro nutzt für die Produktion seiner Server unter anderem auch Veritas Software für den Internetbereich. Da hilft es dem Kurs auch nichts, dass das Analystenhaus Merrill Lynch der Veritas unter die Arme greift.



Merrill Lynch

stuft den Sektor der Chipzulieferer ab. Vor allem in Asien gingen die Wachstumsraten bei Zulieferunternehmen dramatisch zurück, so die Experten. Im kommenden Jahr sollen die Einnahmen auf diesem Markt nur um sechs Prozent wachsen. Ursprünglich hatten die Experten doppelt so hohe Zuwachsraten prognostiziert. Die Analysten reduzieren nun die Erwartungen vor allem für Unternehmen des Front-End Bereichs. Langfristig bestätigen sie jedoch ihre Empfehlungen für die Branchenführer und bescheinigen diesen gute Zukunftsaussichten. Nicht so glimpflich weg kamen Applied Materials, Novellus und Metron Technolgy. Die Analysten stuften die Gewinnerwartungen der Unternehmen für 2001 ab und reduzierten die Einstufungen.



Der Optimismus an der Wall Street steigt auf das höchste Niveau seit acht Monaten. Der Prozentsatz der Investoren, die sich selbst als bullish bezeichnen, legt auf 55,6 Prozent zu. Nur im April lag die Zahl mit 56,7 Prozent höher. Die Anzahl der Investoren, die der Marktentwicklung pessimistisch gegenüber stehen, ist dagegen auf 25,9 Prozent gesunken. Damit erreicht der Pessimismus den niedrigsten Stand seit 16 Monaten. Experten sind sich bei dieser Entwicklung sicher: Die Rally lässt noch auf sich warten. Erfahrungsgemäß ist eine übertriebene Zuversicht eher ein Zeichen für fallende Kurse. Die Jahresendrally dürfte somit auf sich warten lassen.

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