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Bush geht mit Vorsprung ins erste TV-Duell mit Kerry

Mit einem Vorsprung von bis zu acht Prozentpunkten in Meinungsumfragen geht der republikanische US-Präsident George W. Bush in die erste Fernsehdebatte mit seinem demokratischen Kontrahenten John Kerry.

dpa WASHINGTON. Mit einem Vorsprung von bis zu acht Prozentpunkten in Meinungsumfragen geht der republikanische US-Präsident George W. Bush in die erste Fernsehdebatte mit seinem demokratischen Kontrahenten John Kerry.

Die Diskussion am Donnerstagabend (Ortszeit) in Miami (Florida) gilt als möglicherweise vorentscheidend für den Ausgang der Präsidentenwahl am 2. November: Nach Experteneinschätzung bot sie eine der letzten Chancen für Kerry, Bush einzuholen.

Auf die Debatte in Miami mit dem Schwerpunkt Außenpolitik und Antiterrorkampf sollen noch zwei weitere TV-Diskussionen der Spitzenkandidaten folgen. Auch die Vizekandidaten Richard Cheney (Republikaner) und John Edwards (Demokraten) werden sich gemeinsam den Kameras stellen.

Allerdings gab es bereits im Vorfeld der ersten Debatte heftige Kontroversen um einen 32-seitigen Regelkatalog, den beide Seiten für die Diskussionen ausgearbeitet haben: Kritiker monierten, dass es angesichts der Liste von Beschränkungen kaum noch Raum für Spontaneität beim Schlagabtausch gebe. Auch US-Fernsehsender wehrten sich gegen Auflagen bei der Übertragung und kündigten an, dass sie sich nicht an die zwischen dem Bush- und dem Kerry-Lager ausgehandelten Vereinbarungen halten wollten. Sie bezogen sich dabei insbesondere auf die Vorschrift, dass die Kameras stets nur auf den Kandidaten gerichtet sein dürfen, der jeweils spricht und nicht auf den Bewerber, der zuhört.

In dem Regelkatalog wurde auch festgelegt, dass sich die Kandidaten gegenseitig keine Frage stellen und sich nicht über einen bestimmten Radius hinaus von ihrem Platz bewegen dürfen, nachdem vor vier Jahren der demokratische Kandidat Al Gore zu dicht an seinen Widersacher George W. Bush herangerückt war.

Die Fernsehsender wurden angewiesen, die Kameras nur in bestimmten Winkeln auf die Kandidaten richten und keine Reaktionen aus dem Publikum aufzufangen. Vor allem aber die Regel, nach der jeweils nur der gerade sprechende Kandidat gefilmt werden darf, löste bei den TV- Stationen Protest aus. Hintergrund der Beschränkungen sind Fernsehaufnahmen aus der Vergangenheit, die Kandidaten in wenig schmeichelhaften Posen zeigten. So wurde zum Beispiel vor vier Jahren Gore wiederholt gefilmt, als er die Augen rollte und laut seufzte, während sein Kontrahent Bush sprach. In einer Debatte mit Bill Clinton wurde George Bush Senior vor zwölf Jahren dabei ertappt, wie er auf seine Armbanduhr schaute.

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