Bush: Irak, Iran und Nordkorea im Visier
Bush bekräftigt harte außenpolitische Haltung

Vor dem Beginn seiner Asienreise hat US-Präsident George W. Bush erneut sein harte Haltung in der Außenpolitik bekräftigt. Vor US-Soldaten auf dem Luftwaffenstützpunkt Elmendorf im Bundesstaat Alaska sagte er am Samstag, seine größte Sorge sei es, dass Staaten "mit einer dunklen Geschichte und einer hässlichen Vergangenheit" atomare, biologische oder chemische Waffen herstellen und verkaufen könnten.

Reuters TOKIO. "Natürlich wollen wir, dass sie ihr Verhalten ändern und wir werden weiter entsprechenden Druck auf sie ausüben", sagte Bush. "Aber wenn sie es nicht tun, werden die Vereinigten Staaten das tun, was zur Verteidigung unserer Freiheit notwendig ist." Bushs knapp einwöchige Reise führt ihn nach Japan, Südkorea und China.

Zentrales Thema der Gespräche Bushs dürfte der von den USA propagierte Krieg gegen den Terrorismus sein. Im staatlichen südkoreanischen Rundfunk KBS sagte er, das Angebot zu einem Dialog sei von Nordkorea ausgeschlagen worden. "Ich glaube, das Haupthindernis ist, dass sie keinen Dialog wünschen". Unter Hinweis darauf, dass er Nordkorea zusammen mit Iran und Irak als Teil einer "Achse des Bösen" bezeichnet hat, sagte Bush: "Ich werde meine Position deutlich machen, dass Leute, die ihr Volk schlecht behandeln, Leute sind, die Massenvernichtungswaffen haben und sie verkaufen."

Während seiner Rede in Alaska sprach Bush auch den Irak an. "Leute, die etwas zu verbergen haben, machen uns nervös, besonders solche, die ihre eigenen Bürger vergast haben", sagte er in einer Anspielung auf den irakischen Präsidenten Saddam Hussein. Dieser hatte zuvor der amtlichen Nachrichtenagentur INA zufolge erklärt, sein Land wolle sich keine Massenvernichtungswaffen aneignen.

Bush erwartet von Japan Bereinigung des Finanzsystems

In seinen Gesprächen mit dem japanischen Ministerpräsidenten Junichiro Koizumi dürften Wirtschaftsthemen ein große Rolle spielen. Bush forderte im japanischen Fernsehsender NHK Japan auf, die Bürokratie abzubauen und die Probleme der Banken mit faulen Krediten zu lösen. "Zuerst muss die japanische Regierung die richtigen Entscheidungen über die Art der Restrukturierung der (faulen) Kredite und die Deregulierung der Wirtschaft treffen", sagte der Präsident. Eine starke japanische Wirtschaft liege im Interesse der USA. Japan steckt derzeit in der vierten Rezession innerhalb eines Jahrzehnts. Seine Schuldenquote ist nach einer langen Reihe von Konjunkturprogrammen mit 140 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) die höchste unter den Industrienationen.

Bush sucht gute Beziehunge zu China

30 Jahre nach dem historischen Besuch von US-Präsident Richard Nixon wird Bush in China für eine positive Entwicklung der Beziehungen werben. "Die Vereinigten Staaten wollen positive, offene und ehrliche Beziehungen zu China schaffen", sagte Bush im chinesischen Staatsfernsehen CCTV. Bei seinem Treffen mit Präsident Jiang Zemin dürften auch Fragen der geplanten amerikanischen Raketenabwehr, der Kriegswaffenverbreitung sowie Menschenrechts- und Handelsfragen angeschnitten werden.

Das Taiwan-Problem dürfte die Beziehungen nicht belasten, sagte Bush. Natürlich würden beide Länder nicht in jedem Punkt übereinstimmen. Das chinesische Außenministerium warnte am Samstag die USA, an Taiwan Zerstörer zu verkaufen und dem Inselstaat beim Bau von U-Booten zu helfen. China lehne US-Waffenverkäufe an Taiwan eindeutig ab, sagte ein Ministeriumssprecherin. Die Volksrepublik China betrachtet die Insel Taiwan, auf der 1949 antikommunistische Kräfte die Republik gegründet hatten, als abtrünnige Provinz.

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