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Bush kritisiert Homo-Ehen - über 1000 Paare wollen heiraten

Washington (dpa) - US-Präsident George W. Bush hat die Trauung homosexueller Paare scharf kritisiert. «Die heilige Institution Ehe darf nicht durch radikale Juristen neu definiert werden», heißt es in einer Stellungnahme des republikanischen Präsidenten vom Montag.

Bush setzte sich erneut für eine Verfassungsänderung ein, in der die Institution der Ehe als Bund ausschließlich zwischen Mann und Frau definiert werden soll. Bush reagierte damit auf die seit Montag im Bundesstaat Massachuseitts möglichen Eheschließungen homosexueller Paare.

Auch der demokratische Herausforderer von Bush bei der Präsidentschaftswahl im 2. November, Senator John Kerry, sprach sich laut «Washington Post» gegen eine institutionelle Gleichsetzug von hetero- und homosexuellen Ehen aus. Kerry hält aber einen Verfassungszusatz, den Bush anstrebt, für unnötig. Immerhin seien in 38 der 50 US-Bundesstaaten Homosexuellen-Ehe bereits ausdrücklich verboten.

Auch am Dienstagvormittag hielt der Strom heiratswilliger Homosexueller in Massachusetts an. Insgesamt sollen laut des «Boston Globe» vom Dienstag bereits weit über 1000 homosexueller Paare in dem Ostküstenstaat die Lizenz zum Heiraten eingereicht haben.

Mehrere hundert schwule und lesbische Paare hatten am Montag die neuen Möglichkeiten in Massachusetts genutzt. Der Oberste Gerichtshof des Bundesstaates hatte mit einer Grundsatzentscheidung die gleichgeschlechtliche Ehe für rechtmäßig erklärt. Um einen «Hochzeits-Tourismus» auszuschließen, sollen jedoch keine Paare aus anderen US-Bundesstaaten getraut werden. Einige seien bereits abgewiesen worden, so der «Boston Globe».

Im Februar hatte bereits der Bürgermeister von San Francisco für Aufsehen gesorgt, als er in einem Verstoß gegen geltendes Gesetz mehr als 3400 gleichgeschlechtliche Paare traute. Anders als in Massachusetts verbot der Oberste Gerichtshof von Kalifornien die Praxis später. Auch in einem Bezirk im US-Bundesstaat Oregon wurden Homo-Ehen geschlossen.

Es wird damit gerechnet, dass das Thema im Wahlkampf eine Rolle spielen wird, da Massachusetts der Heimatstaat Kerrys ist. Bush werde versuchen, Kerry indirekt als Unterstützer von Homosexuellen-Ehen darzustellen, fürchten demokratische Wahlkampfmanager. Dabei tritt Kerry nur für eingetragene Lebenspartnerschaften ein, die solchen Paaren mehr Rechte als bisher einräumen. Meinungsumfragen zufolge lehnt die Mehrheit der US-Bürger die gleichgeschlechtliche Ehe ab.

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